Leserbrief

Stimmen für die Beschaffung von Kampfjets

Zur eidgenössischen Abstimmung vom 27. September über die Beschaffung von neuen Kampfjets

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Den durch die aktuelle Coronasituation arg gebeutelte Schweizer Industriefirmen verheisst ein positiver Entscheid des Schweizer Stimmvolkes am 27. September 2020 zur Erneuerung der Luftverteidigung höchst willkommene und wertvolle Kompensationsgeschäfte. Ich bin in der heutigen Wirtschaftssituation schon sehr überrascht, dass das wichtige Argument der Sicherung von Arbeitsplätzen im Inland, bisher in der politischen Diskussion kaum zu hören war. Der Entscheid des Parlamentes, 60 Prozent des ins Ausland bezahlten Kaufpreises von 6 Milliarden Franken für die neu zu beschaffenden Kampfflugzeuge durch Industriebeteiligungen (Offsets) zu kompensieren, kann für die Schweizer Industrie und ihre Arbeitsplätze in der aktuellen Wirtschaftssituation bedeutende Impulse auslösen – ein sehr sinnvolles Konjunkturpaket. Für viele kleinere und mittlere Unternehmen bietet sich zudem die Chance, Zugang zu Forschung und Entwicklung in hoch entwickelten Technologien zu erhalten sowie ihre innovativen Produkte in internationalen Wertschöpfungsketten einzubringen. Von den geplanten Kompensationsgeschäften werden 20 Prozent durch direkte Offsets im Zusammenhang mit der Flugzeugbeschaffung und 40 Prozent durch indirekte Offsets im Bereich der sicherheitsrelevanten Technologie- und Industriebasis erfolgen. Diese Kompensationsgeschäfte sind zudem ein entscheidender Beitrag zur autonomen Sicherstellung der Einsatzbereitschaft der Schweizer Armee und somit auch zur Sicherheit der Schweiz. Die oben genannten Chancen für die Schweizer Industrie und den Erhalt von Arbeitsplätzen sind zwei weitere gute Gründe, am 27. September Ja zur Erneuerung der schweizerischen Luftverteidigung zu stimmen.

Philip C. Brunner, Kantonsrat und Gemeinderat SVP Zug


Sicherheit und Neutralität gehören zum Fundament, auf dem unsere moderne Schweiz steht. Falls am 27. September das Volk Nein zur Beschaffung neuer Kampfjets sagt, werden wir diese zwei wertvollen Güter auf die Dauer verlieren. Die Flugzeuge, die momentan ihren Einsatz für die Luftwaffe leisten, sind über 25 Jahre alt. Spätestens ab dem Jahr 2030 haben sie ausgedient. Dann müssen sie ersetzt werden, weil die Lebensdauer zu verlängern teuer, wenn nicht gar unmöglich wird. Welches der vier zur Auswahl stehenden Flugzeuge beschafft wird, entscheidet der Bundesrat mit Hilfe von Experten im nächsten Frühling. Andere Flugzeugtypen stehen nicht zur Auswahl, denn die sind entweder zu langsam, haben nicht genug Steigvermögen oder können im Notfall nicht bewaffnet werden. Die SP hat zwei Typen vorgeschlagen, welche die gestellten Aufgaben nicht bewältigen könnten.

Hier ein kurzes Beispiel: Zirka 95 Prozent der Flugzeuge, die am Tag am Flughafen Zürich landen und starten, erreichen eine Reisegeschwindigkeit von etwa 900 Kilometern pro Stunde. Die vorgeschlagenen Papierflieger der Gegner sind nicht mal schneller als die herkömmlichen Passagierflugzeuge. Wie bitte sollen wir dann in der Lage sein, ein gewöhnliches Flugzeug abzufangen oder Verkehrskontrollen durchzuführen? Schon nur für die Ansprüche an den Luftpolizeidienst taugen diese Trainingsjets nicht, geschweige denn im Luftkampf, wenn es ernst wird. Ein Mittel, welches der Bevölkerung im schlimmsten Fall Schutz bieten soll, darf der Konkurrenz nicht schutzlos ausgeliefert sein! Doch die Gsoa hat noch einige weitere unplausible Argumente aufgebracht. Unter anderem sagen sie, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass in den nächsten 40 Jahren ein Krieg in Europa ausbricht. Schon komisch, dass die Armeegegner die Armee und ihr Aufgabengebiet auf einmal besser kennen, als es die Armee selbst tut. Was die Experten in den Sicherheitsanalysen des Bundes zeigen, ist, dass sich in den letzten zehn Jahren unvorhersehbare Spannungen vermehrt haben.

Wollen wir also unser Budgetmanagement des Bundes in Frage stellen? Wollen wir, dass Sicherheit und Neutralität unseres Landes arg gefährdet sind? Wollen wir unser Fundament durch eine Budgeteinschränkung eines ordentlichen Budgets auf einen unsicheren Untergrund stellen? Sie entscheiden. Sicherheit und Neutralität sind mehr wert als sechs Milliarden. Stimmen Sie daher Ja für die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge.

Jannis Pfiffner, Oberwil