Storchenpaar muss umziehen wegen Stromunterbrüchen im Freiamt

Zwei Stromunterbrüche im Gebiet Bünzen, Boswil und Muri zwingen AEW Energie AG zum Handeln.

Eddy Schambron
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Mit baulichen Massnahmen wird verhindert, dass das Storchenpaar weiter seinen Horst an diesem Masten bauen kann.

Mit baulichen Massnahmen wird verhindert, dass das Storchenpaar weiter seinen Horst an diesem Masten bauen kann.

Bild: Eddy Schambron

Störche sind eigensinnige und hartnäckige Wesen. Im Niedermoos in Bünzen versucht seit Montag ein Storchenpaar seinen Horst auf einen Strommast zu bauen – und sorgte damit glatt für zwei Stromunterbrüche. «Durch den Wind ist ein Teil des Nests runtergefallen, was für den Stromunterbruch verantwortlich war», stellt Adrian Schwammberger, Leiter Netzunterhalt und Betrieb bei der AEW Energie AG, fest. Die Kugel, die vor zwei Jahren auf den Mast gesetzt wurde, um bereits damals ein Storchenpaar vom Nestbau abzuhalten, hat dieses Storchenpaar nicht sonderlich beeindruckt: Es begann einfach einen Stock tiefer zu bauen.

«Betrieblich ist genau dieser Strommast nicht geeignet für einen Storchenhorst», ergänzt Schwammberger, obwohl weitere Masten in der Nähe mit einem Storchenhorst bestückt sind. Jetzt gilt es, dem Storchenpaar mit baulichen Massnahmen klar zu machen, dass es für seine Jungen anderswo ein Nest bauen muss. Der Strom fiel einmal für 12 und einmal für 25 Minuten aus. «Wir verstehen, dass das sehr unangenehm ist und setzen alles daran, solche Unterbrüche zu vermeiden», macht Schwammberger klar. Im Fall des Strommastes im Niedermoos ist das allerdings mit einigem Aufwand verbunden, da sich das Storchenpaar auch nicht einsichtig zeigte, den Standort für ihren Horst zu wechseln, als der Wind ihr erstes Nest vom Mast wehte. Eigentlich muss die AEW dem Wind dankbar sein: Hätte das Storchenpaar den Horst ungehindert bauen können, wäre eine Umsiedlung notwendig gewesen, was nicht ganz einfach ist. «In einem solchen Fall müssen wir die Storchenstation Altreu und den Jagdaufseher hinzuziehen», erklärt Schwammberger, der dieses Jahr eine sehr hohe Flugtätigkeit der Störche feststellt. An unproblematischen Standorten hat die AEW kein Problem damit, wenn Störche Strommasten als Nistplatz belegen.

Trotz Schutzanstrengungen ist der Weissstorch bedroht

Der Weissstorch gilt trotz grosser Schutzanstrengungen immer noch als gefährdet. Neben natürlichen Gefährdungen wie Nässe und Kälte sind verbaute Landschaften, Stromleitungen, an denen er sich tödlich verletzt, sowie Verkehrswege und verbaute Landschaften, die keine Nistmöglichkeiten und keine Nahrungsmöglichkeiten bieten, die häufigsten Ursachen, die seinen Bestand bedrohen.