Strafbefehl

Hund im Ennetsee aus den Augen verloren: Schwerverletzter und Geldstrafen

Wenn ein Hundehalter seinen tierischen Begleiter nicht mehr an der Leine führt, ist er trotzdem für dessen Tun verantwortlich.

Marco Morosoli
Drucken
Teilen

Es ist eine alltägliche Szene: Eine Person geht mit ihrem Hund spazieren. Der Vierbeiner ist angeleint. Nachdem der Hund sein Geschäft gemacht hat, macht sich Tierhalter daran, den Kot aufzunehmen, um ihn hinterher in einem Abfalleimer zu entsorgen. Ein solches Ablaufschema hat sich kurz nach dem Beginn des Coronapandemie-Lockdowns im Ennetsee ereignet. Mit dem Unterschied, dass der Halter den Hund temporär aus den Augen verlor.

Der Vierbeiner – um genau zu sein, handelte es sich um einen deutschen Schäferhund – rannte in Richtung einer Nebenstrasse weg. Dort war ein Velofahrer unterwegs. Der vorübergehend entlaufene Hund muss diesem vor die Räder gelaufen sein. Der Zusammenprall brachte den Zweiradfahrer zu Fall, wie dem Strafbefehl zu entnehmen ist. Dabei zog sich der Velofahrer unter anderem einen Schädel-Hirn-Trauma sowie Verletzungen im Brustbereich zu.

Der Hund muss stets unter Kontrolle sein

Tatbestände wie der vorher geschilderte fallen unter das Übertretungsstrafrecht. Dieses regelt im Paragraf 8 unter dem Titel «Gefährdung durch Tiere». Gemäss diesen Normen muss ein Hundehalter eine Busse bezahlen, wenn er das Tier nicht «zweckmässig hält» oder aber nicht so «unter Kontrolle hält, das niemand gefährdet oder belästigt» wird. Bezogen auf den temporär entlaufenen Hund ist festzustellen, der Übertretungstatbestand bereits erstellt ist, wenn der Hundehalter seinen Liebling nur einen Moment aus den Augen verliert.

Für die Missachtung der Aufsichtspflicht musste der Hundehalter 200 Franken bezahlen. Die Busse belief sich auf 100 Franken. In der gleichen Höhe stellte die Zuger Polizei eine Auslagenpauschale in Rechnung.