Strafbefehl
Landwirt missachtet Vorschriften und verursacht Fischsterben

Die Zuger Staatsanwaltschaft büsst den Bauern mit insgesamt 2000 Franken und verhängt eine Geldstrafe von 7500 Franken.

Zoe Gwerder
Drucken
Teilen

Schätzungsweise 200 Fische verendeten und ein Trinkwasserpumpwerk musste während mehr als einer Woche vorsichtshalber vom Netz genommen werden. Verursacht hatte dies im Herbst 2019 ein Landwirt in einer Zuger Gemeinde, wie aus einem jüngst erschienenen Strafbefehl der Zuger Staatsanwaltschaft hervorgeht.

Der damals 45-Jährige hatte für die Entwässerung eines Platzes auf eine «individuelle Lösung» gesetzt, anstatt diese nach den «einschlägigen Vorschriften» zu errichten. Bei besagtem Platz betrieb er ein sogenanntes Fahrsilo. Also einen von Wänden abgegrenzten, nach oben offenen Bereich, wo er Silomaterial direkt mit dem Fahrzeug deponieren konnte und dieses zur Lagerung abdeckte. Das Entwässerungssystem des Platzes musste also gewährleisten, dass bei Arbeiten beim Fahrsilo – wenn dieses offen war – allfälliges Abwasser in die Güllengrube gepumpt wurde. Bei leerem oder zugedecktem Fahrsilo musste das Wasser aber ausserhalb der Güllengrube weggeführt werden.

Ein Rohrbogen als Lösung

Der Landwirt setzte hierbei auf eine Pumpe, die je nach Situation – offenes oder zugedecktes Fahrsilo – das Wasser entweder in die Güllengrube pumpte oder auf die angrenzende Wiese führte. Damit bei einem vollen Güllentank dessen Inhalt nicht zurück in die Sammelgrube der Entwässerung gelangt, hatte der Landwirt einen Rohrbogen als Lösung gewählt.

Wie im Strafbefehl jedoch erläutert wird, müssen solche miteinander verbundene Behälter durch Schieber getrennt werden. Mindestens einer, besser aber zwei – für jeden Behälter einen. Die «individuelle Lösung» des Landwirtes kannte keine solchen Schieber.

Verunreinigungen wären vermeidbar gewesen

An jenem Tag im Herbst ergaben es die Umstände, dass der Rohrbogen von der vielen Gülle in der Grube herausgedrückt wurde. Die Gülle konnte so ungehindert in den Entwässerungsschacht fliessen, von wo sie die Pumpe im Normalbetrieb auf die angrenzende Wiese ausbrachte. Von dort gelangte die Gülle erst in den einen und weiter unten in einen zweiten Bach, wo sie das Fischsterben verursachte.

Damit habe der 45-Jährige gegen die Sorgfaltspflicht verstossen, schliesst die Staatsanwaltschaft. «Die Verunreinigungen der Gewässer wären vermeidbar gewesen.»

Weitere Vergehen in der Vergangenheit

Weil der Landwirt aber bereits ein Jahr vor dem Vorfall straffällig wurde, erstreckt sich der Strafbefehl über zwei weitere Vergehen. So entdeckte das Amt für Umwelt Anfang 2018 auf seinem Hof zwei Tankanlagen, die mit Heizöl und über 10'000 Liter Diesel gefüllt, aber nicht dem Amt für Umwelt gemeldet worden waren. Der Heizöltank war gar nicht für die Lagerung solcher Flüssigkeiten zugelassen. Wie es im Strafbefehl heisst, wäre bei einem Leck das Heizöl wegen des Gefälles direkt in einen Meteorschacht geflossen. Beim Dieseltank fehlten zudem diverse Sicherheitsvorkehrungen, die ein Auslaufen des Tankinhalts verhindert hätten. Beide Tanks wurden noch am selben Tag stillgelegt und entsorgt, schreibt die Staatsanwaltschaft.

Als der Landwirt einige Monate später eine Tankanlage für wassergefährdende Flüssigkeiten auf seinem Hof errichtete, meldete er dies zwar dem Amt für Umweltschutz. Da er bereits zwei Wochen vor der Meldung den Tank mit 12'000 Liter Diesel füllen liess, verstiess er auch hier gegen die Vorschriften.

Die Staatsanwaltschaft büsst den Landwirt mit insgesamt 2000 Franken und verhängt eine Geldstrafe von 7500 Franken. Letztere wird jedoch mit einer Probezeit von vier Jahren aufgeschoben.

Aktuelle Nachrichten