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Strafe für Beleidigung des Ponys

Louisa Aigner übt die Sportart Pony Mounted Games aus. Die 21-Jährige erzählt von einer Leidenschaft, die hierzulande nicht viele teilen. Das soll sich ändern.
Raphael Biermayr
Bei den Wettkämpfen gilt es verschiedene Aufgaben zu meistern. (Bild: PD)

Bei den Wettkämpfen gilt es verschiedene Aufgaben zu meistern. (Bild: PD)

Louisa Aigner kämpft um Anerkennung. Nicht für sich, sondern für die Sportart, die sie ausübt: Pony Mounted Games (PMG). Dabei bestreiten Teams, bestehend aus je vier Ponys und Reitern, in einer Art Staffelwettkampf gegeneinander: Alle Reiter müssen die gestellten Aufgaben absolvieren – wer zuerst alle vier Teilnehmer im Ziel hat, gewinnt. Wie vom Springreiten bekannt, können die Mannschaften gemischtgeschlechtlich sein. Auf Videos im Internet kann man sich ein Bild dieser Wettkämpfe machen. Auf Aussenstehende mögen die Eindrücke gewöhnungsbedürftig wirken, doch es geht tatsächlich eine grosse Dynamik davon aus, wie sie Louisa Aigner mit Begeisterung schildert. Die 21-jährige Steinhauserin betreibt seit sieben Jahren PMG. Sie ist Mitglied im Verein Samajos Luzern – einem von nur sieben Klubs im Land.

Nach Angaben des Schweizer Verbands hat die Sportart ihre Wurzeln in Indien. Die dort stationierten britischen Kolonialtruppen erfanden sie «als Nebenbeschäftigung in Friedenszeiten» – vermutlich also eine Art Fitnessprogramm. Ab den 1950er-Jahren verbreiteten sich PMG. Seit 1986 findet jährlich die Weltmeisterschaft statt. Die ersten 20 Austragungen (!) gewannen die Briten respektive England. Mittlerweile ist den Erfindern der Sportart unter anderem in Frankreich und Irland Konkurrenz erwachsen.

Ein Verein in der Zentralschweiz

Einmal fand die WM in der Schweiz statt: 2010 in Genf. Die Westschweiz ist der Landesteil, in dem die Pony Mounted Games den höchsten Bekanntheitsgrad erlangt haben, sagt Aigner. In der Deutschschweiz haben sie stattdessen einen schweren Stand. Einige Vereine hätten sich nicht lang gehalten: Der Aufwand, der mit den vielen Turnieren im Welschland verbunden ist, sei vielen zu gross, führt die Steinhauserin aus. Der erwähnte Luzerner Klub – der einzige in der Zentralschweiz – stellt eine Ausnahme dar: Ihn gibt es bereits seit zehn Jahren, mit 25 Spielern auf mehreren Altersstufen gehört er landesweit zu den grössten Vereinen. Am 1. und 2. September wird er im luzernischen Inwil sein Heimturnier ausrichten, das zur Wertung für die Schweizer Meisterschaft zählt. Louisa Aigner gewann den Titel mit Samajos Luzern vor drei Jahren. Wer Geld verdienen will, ist fehl am Platz. Der Schweizer Meister erhält Medaillen für alle Reiter, einen Pokal sowie Rosetten für die Ponys, sagt Aigner. Das Familiäre in der übersichtlichen PMG-Szene ist ein Grund für Aigners Freude an dieser Sportart. Ausserdem sei es kein Einzelsport wie etwa das Springreiten, Teamgedanke stehe im Vordergrund.

Gibt es kritische Stimmen angesichts der Wettkämpfe mit Tieren? Aigner sind keine bekannt. «Ich kann mir aber vorstellen, dass sich Leute zum Beispiel wegen der schnellen Wendungen Sorgen um die Ponys machen. Ich kann sie beruhigen. Unsere Ponys sind jung und ihnen macht die viele Bewegung Spass.» Darüber hinaus seien bei den Pony Mounted Games weder Sporen noch Peitschen erlaubt. Und auch auf die psychische Verfassung der Tiere wird gemäss Aigner Rücksicht genommen: Wer sein Pony beleidigt, wird vom Wettkampf ausgeschlossen.

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