STRAFEINZELRICHTERIN: Auch Polizisten erhalten nicht immer Recht

Meist genügt die Aussage eines Polizisten, um einen Strassensünder zu büssen. Vorliegend überzeugten nicht einmal die Darstellungen von zwei Polizisten die Richterin.

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(Symbolbild Martin Heimann/Neue ZZ)

(Symbolbild Martin Heimann/Neue ZZ)

Das war die Ausgangslage: Ein 42-jähriger Automobilist fuhr an einem Sonntag im August 2005 um 10 Uhr auf der Autobahn von Baar Richtung Sihlbrugg. Er wechselte dann auf die Überholspur. «Nun folgte er auf einer Strecke von rund 1 Kilometer bei einer Geschwindigkeit von zirka 90 km/h einem vorausfahrenden Personenwagen mit einem Abstand von maximal 10 Metern.» Damit habe er krass pflichtwidrig eine völlig unzureichende Distanz von weniger als 0,6 Sekunden beziehungsweise 1/6 Tacho zum vorausfahrenden Fahrzeug gehabt. So heisst es in der Anklage.

Gerichtspräsident Carole Ziegler sprach den Beschuldigten nach dem Grundsatz «Im Zweifel für den Beschuldigten» von Schuld und Strafe frei und sprach ihm eine Parteientschädigung von 2000 Franken zu. Für sie war auffällig, dass der Autolenker den Polizeirapport nicht unterschrieben hatte, was darauf hindeute, dass er damit nicht einverstanden war. Die Befragung des einen Polizisten durch die Untersuchungsrichterin sei rudimentär ausgefallen.

Jürg J. Aregger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Luzerner Zeitung.