STRAFGERICHT: Den Blickkontakten folgen Schläge und Fusstritte

Eine Schlägerei im «Aperto» im Zuger Bahnhof wird emotional verhandelt. Der Richter fällt ein nüchternes Urteil.

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Bahnhof Zug: Hier ereignete sich die Schlägerei (Symbolbild). (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Bahnhof Zug: Hier ereignete sich die Schlägerei (Symbolbild). (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Am 22. Januar 2013 geraten im Verkaufslokal «Aperto» im Zuger Bahnhof vier Männer kurz vor zehn Uhr aneinander (wir berichteten). Was mit Blickkontakten und einem Wortgefecht beginnt, ufert kurze Zeit später in einer Schlägerei mit Fusstritten aus. Mittels Strafbefehl verurteilt die Staatsanwaltschaft die vier an der Rauferei beteiligten Personen zu bedingten Geldstrafen und einer Busse. Zwei Männer akzeptieren das Urteil, die beiden anderen am Vorfall Beteiligten legen hingegen Berufung ein. Ihre Taten werden gestern am Zuger Strafgericht noch einmal eingehend beurteilt.

Die beiden heute 27- respektive 34-jährigen Tatbeteiligten, welche im Talkessel von Schwyz wohnen, wehren sich gegen den Schuldspruch der unteren Instanz. Sie sind der Ansicht, dass sie bei der Rauferei Opfer und nicht Täter seien. Und dieser Sichtweise wollen sie gestern vor dem Strafgericht zum Durchbruch verhelfen. So viel sei hier schon verraten: Es bleibt zwar beim Schuldspruch, aber sowohl die Geldstrafe wie auch die Busse werden vom Strafrichter reduziert. Bis Einzelrichter Marc Siegwart dieses Verdikt fällt, versuchen beide Parteien mit grossem Eifer ihre Version des Tatherganges zu schildern.

Marco Morosoli