STRAFGERICHT: Mann verging sich an 15-Jähriger

Eine 15-jährige Schülerin beschuldigte den Freund ihres Vaters, sie vergewaltigt zu haben. Für das Zuger Strafgericht hat sie sich jedoch zu wenig gewehrt.

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Über die Pfingsttage 2000 riss das damals knapp 15-jährige Mädchen aus, schwänzte die Schule und verbrachte viel Zeit auf der Chilbi in Zug im portugiesischen Umfeld. Dort hatte die Schülerin gegen Geld sexuelle Kontakte mit mindestens zwei Männern.

Am fraglichen Abend suchte sie einen Ort zum Schlafen, hatte zwei Flaschen Bier, Hasch und Kokain konsumiert. Ein Freund ihres Vaters, der ihr schon früher bei Problemen geholfen hatte, bot ihr eine Schlafgelegenheit – und verging sich an ihr.

Nach ihren Aussagen und der Anklage von Staatsanwalt Thomas Rein hat der 20 Jahre ältere Mann sie sexuell genötigt und vergewaltigt, für das Strafgericht kam es nur zu sexuellen Handlungen mit einem Kind. Dafür erhielt er am Montag eine bedingte Freiheitsstrafe von sechs Monaten.

Laut Gericht gebe es zwar gewisse Indizien, dass das Mädchen zum Widerstand unfähig gemacht worden sei. Aufgrund seiner Aussagen könne aber nicht bewiesen werden, dass sie sich vehement gewehrt habe und dies für den Mann klar war. Sein Verschulden sei trotzdem erheblich. So wurde ihr eine Genugtuung von 2000 Franken zugesprochen. Das Strafmass von sechs Monaten entspricht dem Eventualantrag des Verteidigers. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Jürg J. Aregger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Zuger Zeitung