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STRAFGERICHT: Schüsse im «Schlangenstübli»: Alle drei Beteiligten verurteilt

Beim Prozess wegen des Raubüberfalls im «Schlangenstübli» folgte das Gericht weitgehend den Anträgen der Staatsanwaltschaft. Nur bei der Frage der Notwehr des Opfers entschied es anders.
Christopher Gilb
Hier in der Gemeinde Cham kam es zu versuchtem Raub. (Bild: Werner Schelbert)

Hier in der Gemeinde Cham kam es zu versuchtem Raub. (Bild: Werner Schelbert)

Christopher Gilb

christopher.gilb@zugerzeitung.ch

Es waren zwei gänzlich unterschiedliche Versionen einer Geschichte, die Verteidigung und Staatsanwaltschaft am Strafgerichtsprozess in Zug am Montag präsentiert hatten. Der Staatsanwaltschaft zufolge waren die Angeklagten im Sommer 2015 von Ebikon in die Gemeinde Cham gefahren, um einen Raub zu begehen. Gemäss der Verteidigung wollten sie Drogen kaufen.

Das Strafgericht verurteilte den 33-Jährigen Angeklagten am Mittwoch nun zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 7 Monaten. Der 30-Jährige, der schon aufgrund eines anderen Delikts in Haft ist, wurde zu einer Zusatzstrafe von 3 Jahren verurteilt.

Damit entschied das Gericht im Sinne der Staatsanwaltschaft. Dergemäss wurde einer der beiden nach der Ankunft am Ziel vom Opfer in dessen «Schlangenstübli» reingelassen – eine Räumlichkeit, in der das Opfer sowohl seine Schlangen als auch seinen Marihuana-Vorrat hatte – und schlug dort wenig später auf den Mann ein. Dann sei der andere reingekommen.

Beide hätten die Herausgabe von Geld und Drogen gefordert. Nur weil der Zweite nicht zugeschlagen habe, so der Vorsitzende Richter, sei dies nicht mildernd. Die Tat sei so koordiniert gewesen, dass er für die Schläge Mitverantwortung trage.

Ein glaubwürdiger Zeuge

Zur Glaubwürdigkeit des Opfers sagte der Richter, sämtliche Beteiligten hätten die gleiche eingeschränkte Glaubwürdigkeit. Am Prozess war von den Verteidigern der beiden Angeklagten kritisiert worden, dass die Anklageschrift hauptsächlich auf den Aussagen des Opfers basiere.

Diese hatten argumentiert, dass das Opfer den Marihuanakäufer grundlos beleidigt habe, worauf dieser zugeschlagen habe. Ein Raub habe aber nicht stattgefunden.

In Bezug auf die Tat habe das Opfer die wesentlichen Abläufe immer gleich geschildert, so der Richter weiter. Dies im Vergleich zu den Angeklagten.

Bei diesen hätte es schon Widersprüche in der Frage gegeben, wie man überhaupt nach Cham gekommen sei. Etwa ob man sich nun davor in einem Restaurant oder bei jemandem zu Hause getroffen habe.

Auch der Grund für die Fahrt konnte das Gericht nicht überzeugen. «Jemand, der täglich konsumiert macht diesen Aufwand nicht für Marihuana für 50 bis 100 Franken, vor allem wenn er nicht weiss, ob der Dealer überhaupt zu Hause ist.»

Der dritte Schuss war einer zu viel

Dann ging es im Prozess um das Opfer. Der 59-Jährige war wegen mehrfacher versuchter vorsätzlicher Tötung angeklagt. Dreimal hat er auf die Räuber geschossen und sie verletzt.

Gemäss Staatsanwaltschaft seien diese aber schon auf der Flucht gewesen, weshalb es unverhältnismässig gewesen sei. Sie forderte 36 Monate Haft für ihn. Hier folgt das Gericht bezüglich ersten und zweitem Schuss dem Antrag des Verteidigers des Opfers.

Bei einem Schuss sei es schon aufgrund der Platzierung der Schusswunden gut möglich, dass – wie vom Opfer gesagt –, sich der Täter ihm noch mal zugewandt habe. Auch beim zweiten sei dies denkbar. Beim dritten nicht. «Dieser Schuss ist an der Grenze zur Entschuldbarkeit», so der Richter.

Der Räuber habe sich aber eben schon in Richtung Ausgang auf dem Boden gefunden. Der Schlangenfreund erhält eine bedingte Freiheitsstrafe von 24 Monaten. Sein Anwalt nannte dies ausgewogen und akzeptierte das Urteil.

Das Urteil gegen die beiden anderen ist noch nicht rechtskräftig. Deren Verteidiger äusserten sich nicht bezüglich Berufung.

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