STRANDBÄDER: «Ja, wir sind teilweise wie ein Kinderhort»

Die Eltern sollen mehr Verantwortung übernehmen, verlangen auch Zuger Badmeister. Von einer Altersgrenze aber halten sie nichts.

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Seline Fischlin, Morgana Ferreira, Laura Parente und Natascha Mürset (v. l.) sind zehn Jahre alt – und werden im Zuger Strandbad von einer Mutter beaufsichtigt. (Bild Dominik Hodel/Neue ZZ)

Seline Fischlin, Morgana Ferreira, Laura Parente und Natascha Mürset (v. l.) sind zehn Jahre alt – und werden im Zuger Strandbad von einer Mutter beaufsichtigt. (Bild Dominik Hodel/Neue ZZ)

In 24 Stadtzürcher Strandbädern dürfen Kinder unter zehn Jahren nicht mehr ohne Erwachsene plantschen. Das war in der letzten Ausgabe der «SonntagsZeitung» zu lesen. Eine kleine Umfrage bei drei Zuger Badmeistern zeigt: Auch sie kennen das Problem nur allzu gut. Viele Kinder werden von ihren Eltern alleine in die Badi geschickt. Die 10-Jahre-Regelung ist aus ihrer Sicht aber der falsche Ansatz.

Kinder allein in der Badi
«Ja, wir sind teilweise wie ein Kinderhort. Manche Eltern lassen ihre Kinder hier, und wir müssen ihnen dann sagen, zu was sie schon fähig sind und zu was nicht», sagt Yvette Blattmann, Badibetreiberin in Oberägeri. Ähnliche Situationen kennen auch Christine Kaiser, Badmeisterin der Badi Seeliken, und Pete Schürmann, Badmeister des Zuger Strandbads. «Es kommen viele Kinder unbegleitet in das Seeliken und wir tragen die Verantwortung, dass ihnen nichts passiert», so Christine Kaiser. Es sei nicht ihre Aufgabe, die Kinder in der Badi zu hüten, sondern die der Eltern, sind sich die drei Badmeister einig.

Verantwortung abgewälzt
Das Zürcher Verbot halten die drei Zuger Schwimmaufsichtspersonen für den falschen Weg. «Das wäre ein viel zu grosser Aufwand», findet Yvette Blattmann. Und Christine Kaiser gibt ihr Recht: Gerade im Seeliken sei es praktisch unmöglich, alle Kinder nach ihren Ausweisen zu fragen und zu kontrollieren, ob sie tatsächlich alleine da seien. Denn ihre Badi sei frei zugänglich und habe nicht einmal eine Eingangspforte. Doch Kaiser ist noch aus einem anderen Grund dagegen: «Einmal mehr wird mit dieser Regelung die elterliche Verantwortung auf andere abgewälzt.»

Stephanie Hess

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Zuger Zeitung.