Strassenprojekt im Ennetsee wirft Fragen auf

Vor über zehn Jahren hat das Zuger Volk Ja zur Umfahrung Cham-Hünenberg gesagt - realisiert ist sie noch immer nicht.

Andrea Muff
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In der Interpellation der ALG-Kantonsräte Ivo Egger (Baar), Esther Haas (Cham) und Hanni Schriber-Neiger (Risch) betreffend Projektänderungen der Umfahrung Cham-Hünenberg wird die Frage aufgeworfen, ob das Strassenprojekt noch der damaligen Abstimmungsvorlage entspreche. Interpellant Ivo Egger strich in seinem Votum an der Kantonsratssitzung vom Donnerstag nochmals die strittigen Punkte heraus: Der Landverbrauch und auch die Kosten haben seit der Abstimmung zugenommen (Ausgabe vom 21. November). Weiter entspreche das autoarme Zentrum in Cham nicht den Versprechungen in der Abstimmungsvorlage, so Egger. SVP-Fraktionssprecher Rainer Suter (Cham) erinnerte daran, dass etwa der Kredit von 15 Millionen Franken für die Gibelfeldbrücke vom Kantonsrat bewilligt worden war.

An der Gibelfeldbrücke knüpfte auch FDP-Redner Thomas Gander (Cham) an, sie habe ebenfalls zur Hälfte zum Mehrbedarf an Landfläche geführt. Er führte zudem die Erhöhung der Quadratmeterpreise ins Feld. «Trotz dieser Mehraufwände kann die FDP wohlwollend feststellen, dass sich die Kosten im bewilligten Rahmenkredit befinden.» Anna Spescha (SP/Zug) ging auf das fehlende Mobilitätskonzept des Kantons ein. «Wir haben den Eindruck, dass die Regierung zuerst die Strassen bauen will, um anschliessend mit dem Mobilitätskonzept die Situation noch schönzufärben.»

Hans Baumgartner (CVP/Cham) suchte die Schuld am Stillstand des Projekts in der Regierung: «Das vorliegende Projekt war in der beschriebenen Form nicht umsetzbar.» Parteikollege Heini Schmid (Baar) fand vielmehr die Schuld beim Kantonsrat.