Strassenprojekt zur Umfahrung Cham-Hünenberg vor Gericht

Drei Beschwerden gegen die Baubewilligung der Umfahrung Cham-Hünenberg wurden ans Bundesgericht weitergezogen.

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(mua) Die Umfahrung Cham-Hünenberg (UCH) nimmt einen weiteren Umweg: Gemäss dem Onlinemagazin «Zentralplus» sind drei Beschwerden gegen die im Januar 2018 erteilte Baubewilligung inzwischen vor Bundesgericht hängig. Wie dem Bericht weiter zu entnehmen ist, stammt eine der Beschwerden vom Verkehrsclub der Schweiz (VCS). In einem Leserbrief in der Ausgabe dieser Zeitung vom 16. September fordert der Geschäftsführer der VCS-Sektion Zug, Goran Vejnovic, den Kanton auf, «die Vorlage nochmals aufzuarbeiten, sie dem Volk unter Angabe der wirklichen Kosten vorzulegen und darüber objektiv zu informieren.»

Goran Vejnovic verweist in seinem Leserbrief darauf, dass im Abstimmungsbüchlein «kein einziger Nachteil des Projekts» erwähnt worden sei. Zudem sei von einer Entlastung der Chamerstrasse in Hünenberg von 20 Prozent ausgegangen. Im Umweltverträglichkeitsbericht von 2014 rechne man nun von einer Zunahme bis 60 Prozent. Eine weitere Abweichung habe Vejnovic betreffend überbautes Landwirtschaftsland ausgemacht. «Noch 2009 ging man von 111000 Quadratmetern aus. 2014 im UVB waren es 70 Prozent mehr, nämlich 186000 Quadratmeter», schreibt er, «Dass dies alles viel mehr kostet als die 180 Millionen Franken plus 50 Millionen Franken Reserve, liegt auf der Hand.»

Kredit könne eingehalten werden

Bereits im Juli sagte Baudirektor Florian Weber gegenüber unserer Zeitung: «Das Projekt wird realisiert, wie es bewilligt worden ist. Voraussetzung ist natürlich, dass die dagegen erhobenen Beschwerden abgewiesen werden.» Diese Aussage bestätigte er kürzlich gegenüber «Zentralplus». Weiter widersprach Weber den Argumenten des VCS: «Der bewilligte Objektkredit von 271 Millionen Franken kann eingehalten werden.» Am 11. März 2007 sagte die Zuger Stimmbevölkerung mit 50,3 Prozent knapp Ja zur UCH. Gegen das Strassenprojekt ist danach eine Vielzahl von Einsprachen eingegangen. Das Behandeln der 124 Einsprachen und die Landerwerbsverhandlungen haben rund zweieinhalb Jahre in Anspruch genommen. Drei Beschwerden sind nun vor dem Bundesgericht hängig. Der Baubeginn ist nach der Inbetriebnahme der Tangente Zug/Baar vorgesehen.