STRASSENVERKEHR: «Auf dem Berg fährt man noch anders»

Immer mehr Gemeinden fahren gut mit Tempo 30. In einigen gibt es allerdings noch Nachholbedarf. Doch das könnte sich bald ändern.

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Die Tempo-30-Zone in Hünenberg sorgt für Sicherheit. (Bild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Die Tempo-30-Zone in Hünenberg sorgt für Sicherheit. (Bild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Hünenberg ist eine Vorzeigegemeinde in Sachen Tempo 30. Fast in jedem Wohn­quartier herrscht das «Niedriggeschwin­dig­keitsregime», wie Tempo 30 im Amtsdeutsch bezeichnet wird.

«Zuerst hat es sehr viel Skepsis unter den Anwohnern gegeben», räumt Gemeindechef Hans Gysin ein. Doch inzwischen sei die Geschwindigkeitsreduktion auf den Siedlungsstrassen «recht akzeptiert». Wobei die Gemeinde nicht erst gewartet hat, bis Anwohner sich regten. Man startete in Wohnquartieren Umfragen, und die meisten der Befragten reagierten positiv auf die Tempo-30-Initiative. Daraufhin meldeten sich neben aktiven Bürgern auch in anderen Siedlungen Überzeugte und forderten die Einrichtung neuer Zonen.

Wie in einem «Schneeballeffekt» konnte auf diese Weise in Hünenberg flächendeckend Tempo 30 eingeführt werden. «In den Gemeindeversamm­lungen wurden diese Massnahmen, die schwächeren Verkehrsteilnehmern wie Kindern und älteren Menschen mehr Rücksicht schenken, dann jeweils abgesegnet», so Gysin.

480 Unterschriften in Risch
Auch in sämtlichen anderen Talgemeinden sind Tempo-30-Zonen völlig selbstverständlich. In vielen Wohnquartieren heisst es: Geschwindigkeit drosseln zum Schutz der Anwohner und zur Verbesserung der Lebensqualität.

Demnächst soll in Risch im Siedlungsgebiet des Bahnhofs Nord eine neue Tempo-30-Zone realisiert werden. Eine Petition mit 480 Unterschriften ist bei der Gemeinde eingegangen. Die neue Zone muss sogar aufgrund der Kosten von «nur» rund 100 000 Franken nicht per Gemeindeversammlungs­beschluss verabschiedet, sondern kann per Verkehrsanordnung beschlossen werden.

Tempo-30-Diaspora auf dem Berg
Das ist nicht überall so im Kanton Zug. Besonders in den Berggemeinden scheint der politische Wille für Tempo 30 noch nicht besonders ausgeprägt. Denn ausser einer kleinen Zone in Oberägeri am Seeplatz – die im Rahmen der damaligen Sanierung des Platzes von der Gemeinde geschaffen wurde – ist Tempo 30 Fehlanzeige. Weder in Menzingen noch in Neuheim noch in Unterägeri müssen Autofahrer offiziell langsamer fahren als 50 Stundenkilometer.

Wolfgang Holz

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Donnerstag in der Neuen Zuger Zeitung.