STREETHOCKEY-HALLE: Zug: Grosser Gemeinderat will Volksinitiative nicht umsetzen

Der Grosse Gemeinderat der Stadt Zug hat den Baukredit von 6,7 Millionen Franken für eine neue Streethockey-Halle in Oberwil abgelehnt. Das letzte Wort könnte jedoch das Volk an der Urne habe, wie der Informationsdienst der Stadt am Mittwoch mitteilte.

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Im Jahre 2006 hatten die Stadtzuger Stimmberechtigten einer Initiative zugestimmt, die verlangt, dass die "Oberwil Rebells" auf einem Platz in Oberwil spielen und trainieren können. Der Stadtrat wollte jedoch nicht nur einen Platz zur Verfügung stellen, sondern eine Halle für 6,7 Millionen Franken realisieren. Die Halle wurde gewählt, um die Lärmprobleme zu lösen.

CVP, SP, die Fraktion Alternative-CSP sowie eine Mehrheit der FDP sprachen sich im Stadtparlament gegen den Kredit aus. Die Gegner wiesen darauf hin, dass sich die Voraussetzungen seit 2006 verändert hätten. In der Zwischenzeit haben die "Rebells" nämlich einen Ersatzplatz in der Herti Nord erhalten.

Die CVP sprach deshalb von einer "unglücklichen Vorlage" und bezeichnete den vorgeschlagenen Hallenneubau als "Luxuslösung". Es brauche nicht etwa, was es schon gebe - einfach ein paar Kilometer weit entfernt, sagte der Sprecher der Fraktion Alternative-CSP.

Unter Namensaufruf wurde der Kredit von 6,7 Millionen Franken abgelehnt. In einer Einzelinitiative verlangt Jürg Messmer (SVP), jedoch, dass der Kredit dem Volk unterbreitet wird. Seiner Meinung nach wurde mit der Ablehnung des Baukredits die vor sechs Jahren angenommene Initiative de facto für ungültig erklärt. So könne man mit Volksrechten nicht umspringen.

Eine weitere Einzelinitiative von Michèle Kottelat (GLP) verlangt, das das Volk über die Aufhebung der Initiative befragt werden soll. Über beide Initiative entscheidet der Grosse Gemeinderat an der nächsten Sitzung. (sda)