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Vom 0:3 zum 5:3 – den Oberwil Rebells gelingt eine grosse Wende

Die Oberwiler gewinnen die NLA-Partie gegen Grenchen und zeigen sich trotz des Erfolgs selbstkritisch.

Ken Müller
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Es dauerte lange, ehe die Oberwiler (im Vordergrund: Yanik Eberle) endlich das Grenchner Tor trafen.

Es dauerte lange, ehe die Oberwiler (im Vordergrund: Yanik Eberle) endlich das Grenchner Tor trafen.

Bild: Maria Schmid (Zug, 20. November 2022)

Die Zuger begannen die Partie gegen Grenchen mit drei ausgeglichenen Linien. Die Mannschaft von Tibor Kapanek hatte sich vorgenommen, den Gegner schon früh zu stören und unter Druck zu setzten. Dies funktionierte nur teilweise, und so waren die Chancen in den Startminuten ausgeglichen verteilt.

Die erste Strafe gegen die Zuger in der 7. Spielminute nutzten die Solothurner zum Führungstreffer aus. Zwei Minuten vor Drittelsende trafen die Gäste erneut im Powerplay zum 2:0. Die Rebells waren gewillt, das Spielgeschehen in der Folge wieder an sich zu reissen, und starteten gut ins zweite Drittel. Doch auch in zwei Überzahlsituationen gelang ihnen kein Treffer.

Zur Spielmitte entwischte der tschechische Stürmer Jaroslav Pauer der Oberwiler Verteidigung und erzielte das dritte Tor für die Grenchner. Selbst jetzt erfolgte keine angemessene Reaktion der Oberwiler. So nahm Trainer Kapanek bereits in der 33. Minute ein Time-out und stellte auf zwei Linien um.

Dank des ersten Tors platzte der Knoten

Diese Massnahme zeigte Wirkung, wenn auch zunächst nicht in Form von Toren. Im Schlussabschnitt erhöhten die Gastgeber den Druck wieder mit drei Linien und belohnten sich endlich dafür. In der 49. Minute brachte Noa Wolf den Ball erstmals im Tor unter – nun brachen alle Dämme. Zwei Minuten später traf Moritz Hausheer zum 2:3, ehe Yanik Eberle den Ausgleichstreffer erzielte.

Oberwils Benjamin Lartey enteilt Grenchens Manuel Wyss.

Oberwils Benjamin Lartey enteilt Grenchens Manuel Wyss.

Bild: Maria Schmid (Zug, 20. November 2022)

In der 57. Minute schliesslich war es Raphael Enzler, der die Rebells auf die Siegerstrasse brachte. Von den Grenchner kam fast keine Gegenwehr mehr. Doch sie bekamen drei Minuten vor Schluss die Chance zu einem Powerplay. Sie ersetzten den Torhüter durch einen sechsten Feldspieler, was Yanick Müller 34 Sekunden vor Spielende zu einem sehenswerten Lobball ins leere Tor nutzte.

Schonungslose Analyse

Der Oberwiler Stürmer Raffaele Cioffo analysierte die schwachen ersten 40 Minuten eines Teams wie folgt: «Wir fokussierten uns zu fest auf das körperliche Spiel des Gegners und nahmen unsere defensive Verantwortung nicht mehr richtig ernst. In der Offensive haben wir zu wenig den Abschluss gesucht und waren immer einen Schritt zu spät.»

Zum Erfolgsrezept der Aufholjagd der Rebells in den letzten 12 Minuten meinte der Stürmer: «Wir haben unser Tempo genutzt und uns mehr Abschlussmöglichkeiten herausgespielt. Der Gegner hatte in den letzten Minuten keine Kraft mehr und war in der Defensive desorganisiert.»