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STREETHOCKEY: Zuhause im Baarer Untergrund

Die Zivilschutzanlage Sternmatt II ist ganz in britischer Hand weil den WM-Teilnehmern das Geld fehlt.
unknown (Bild: luc.mueller@zugerzeitung.ch)

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Luc Müller

Wer zu den Briten will, muss tief in den Keller steigen. Besser gesagt in die Zivilschutzanlage beim Baarer Oberstufenschulhaus Sternmatt II. Die dicke Stahltür ist geöffnet schon von weitem dringen Stimmen ans Ohr. Kaum in der unterirdischen Anlage eingetreten, begegnet man bereits vielen Kleiderständern, auf denen bunte Sporttrikots mit einem rot-blauen Löwenkopf hängen. Die Nationaltrikots der Streethockey-Mannschaft Grossbritanniens sind bereits wieder sauber gewaschen und gebügelt. Nur Stunden zuvor haben die Herren gegen das Team aus Hongkong mit 6:4 gewonnen.

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Streethockey, in England Ball Hockey genannt, ist in Grossbritannien eine Randsportart. Ligaspiele werden, ähnlich wie hier in der Schweiz, höchstens von rund 200 Fans besucht. «Wir wussten zuerst gar nicht, ob wir hier in Zug an der WM starten werden. Denn das erste Budget für Reise und Unterkunft war sehr hoch», erzählt Ali Cree, der für die Briten das Tor hütet. Die Hotelpreise in der Stadt Zug und Umgebung hätten sie zunächst abgeschreckt. «Doch dann haben wir den Tipp erhalten, dass man in einer Zivilschutzanlage in Baar übernachten könne. Mein Ziel war es, die Kosten so tief wie möglich zu halten. Denn jeder Spieler muss die Reise selber bezahlen», erklärt Ali Cree.

Bevor die Briten letzte Woche die aussergewöhnliche Unterkunft in Beschlag genommen haben, kannten sie die Räumlichkeiten nur von Fotos. «Als wir hier zum ersten Mal reinkamen, war das Gefühl komisch. Nun aber wollen alle anderen Teams uns hier besuchen, um unser besonderes Zuhause zu sehen», so Cree, der auch als Vizepräsident des britischen Ball-Hockey-Verbands amtet.

Damen und Herren zusammen

Das Damen- und das Herrenteam teilen sich die Unterkunft, die so aufgeteilt ist, dass die Frauen einen eigenen Trakt bewohnen. Rund 50 Personen sind hier noch bis Montag einquartiert auch einige Familienmitglieder der Akteure haben die Reise in die Schweiz mitgemacht. Die Anlage bietet für über 300 Menschen Platz. «Wir sind nun sehr zufrieden hier», schwärmt Ady Bull, der Teammanager der Herren. «Wir fahren immer mit dem öffentlichen Bus, der Linie 3, von Baar ins Stadion nach Zug», so Bull, «dabei ergibt sich oft ein Gespräch mit den Passagieren. Das ist toll.»

Käse auf dem Speiseplan

Für das Essen ist Steven zuständig: Er ist Mitglied der britischen Armee und hat wie alle Teammitglieder extra Ferien genommen, um hier an der Streethockey-WM in Zug dabei zu sein. «Ich koche vor allem Nudeln und Reis. Die Sportler brauchen viele Kohlenhydrate.» Eingekauft wird bei den Detaillisten vor Ort, «die kennen uns schon, wenn wir wieder einen Grosseinkauf machen», so der Koch. Nur die typischen dicken Bohnen in Tomatensauce haben sie aus der Heimat mitgenommen. Auch Schweizer Käse und Schoggi stehen ab und zu auf dem Speiseplan der Briten.

«Mit den Männern unter einem Dach zu wohnen, ist kein Problem», so der Tenor bei den Spielerinnen. Jedes Team sei selber fürs Aufräumen verantwortlich, sagen die Frauen mit einem Lächeln.

Am Abend bleiben die Athleten in der Zivilschutzanlage. «Wir sind hier an einer WM und nicht in den Ferien», sagt Teammanager Ady Bull. Den Zugersee haben sie aber schon gesehen und die Briten sind des Lobes voll: «Die Landschaft bei euch ist wunderschön.»

Hinweis

Heute finden in der Bossard-Arena und in der Eishalle in Zug insgesamt neun Spiele statt. Um 20 Uhr spielen die Schweizer Damen gegen die Italienerinnen. Ab 19.30 Uhr tritt auf dem Festplatz die Band Generell 80 auf.

Das Damen- und das Herrenteam aus England haben sich in der Zivilschutzanlage beim Schulhaus Sternmatt II einquartiert. Die Sportlerinnen und Sportler fühlen sich hier ganz wohl. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Das Damen- und das Herrenteam aus England haben sich in der Zivilschutzanlage beim Schulhaus Sternmatt II einquartiert. Die Sportlerinnen und Sportler fühlen sich hier ganz wohl. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Das Damen- und das Herrenteam aus England haben sich in der Zivilschutzanlage beim Schulhaus Sternmatt II einquartiert. Die Sportlerinnen und Sportler fühlen sich hier ganz wohl. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Das Damen- und das Herrenteam aus England haben sich in der Zivilschutzanlage beim Schulhaus Sternmatt II einquartiert. Die Sportlerinnen und Sportler fühlen sich hier ganz wohl. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

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