STUDIE: Zug ist der attraktivste Standort der Schweiz

Der Kanton Zug weist gemäss einer Studie schweizweit die höchste Standortqualität auf. Für den Zentralschweizer Kanton sprechen die tiefe Steuerbelastung, eine hohe Verfügbarkeit von Fachkräften und die gute geografische Lage.

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Wohnen im Kanton Zug wird teurer, sagt die CS-Studie. Blick aus dem Parktower in der Stadt Zug. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Wohnen im Kanton Zug wird teurer, sagt die CS-Studie. Blick aus dem Parktower in der Stadt Zug. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Die hohe Attraktivität Zugs zeige sich in überdurchschnittlichen Werten in allen Teilindikatioren, schreibt CS in dem am Montag publizierten Standortqualitätsindikator. Die niedrige Steuerbelastung für Privatpersonen und Unternehmen steche jedoch besonders hervor.

Daneben besteche der Kanton mit einer sehr hohen Verfügbarkeit von Fachkräften und Hochqualifizierten. Dank der Lage an den Autobahn- und Eisenbahnachsen und den kurzen Wegen in die Ballungsräume Zürich und Luzern weise insbesondere die Region Lorzenebene/Ennetsee eine sehr hohe Erreichbarkeit von Bevölkerung und Beschäftigten auf.

Etabliert hat sich laut dem CS-Standortqualitätsindikator der Kanton Zug auch international als Standort für global tätige Unternehmen. Gelungen sei dies nicht zuletzt mit einer privilegierten Besteuerung von ausländischen Gewinnen für bestimmte Geschäftsformen.

Heute stammen 55 Prozent der Gewinnerträge des Kantons von solchen Statusgesellschaften. Diese Einnahmen, so heisst es im Bericht, stünden auf dem Spiel, falls die Sondersteuerregelungen im Rahmen der Unternehmenssteuerreform III abgeschafft werden sollten.

Zu den Standortvorteilen des Kantons gehört laut der Studie ein «chancenreicher Branchenmix mit zahlreichen Zugpferden». Der Grosshandel mit 14 Prozent Beschäftigungsanteil sei dabei klar die bedeutendste Branche.

Grosses Wachstumspotenzial

Aufgrund der hohen Standortqualität und des erfolgversprechenden Branchenportfolios erachten die CS-Ökonomen das mittelfristige Wachstumspotenzial des Kantons als «sehr hoch». Die traditionellen Industriebranchen seien zwar auf dem Rückzug, dagegen wachse die Spitzenindustrie weiterhin stark.

Die Bevölkerung des Kantons Zug hat in den letzten 10 Jahren um 14'000 Personen zugenommen. Das höchste kantonale Bevölkerungswachstum in der deutschsprachigen Schweiz von durchschnittlich jährlich 1,3 Prozent werde getrieben von anhaltender internationaler Migration.

Die hohe interkantonale Abwanderung der letzten Jahre mit phasenweise über 1000 Wegzügen jährlich sei wieder rückläufig, hält die CS fest. Für die Zukunft werde jedoch ein leicht tieferes Bevölkerungswachstum erwartet - dies insbesondere auch wegen der angekündigten wachstumsdämpfenden Zielen des Kantons. Dagegen sei ein ungebrochener Anstieg der interkantonalen Pendlerströme zu erwarten.

Wohnen wird noch teurer werden

Die hohe Wohnattraktivität des Kantons Zug fundiere auf dessen natürlichen Umgebung und vor allem der hohen Erreichbarkeit. Aus finanzieller Sicht sei Zug für Personen attraktiv, «bei denen die steuerlichen Vorteile die hohen Immobilienpreise zu kompensieren vermögen».

Die Ökonomen der CS gehen von einem weiteren Anstieg des bereits hohen Preisniveaus des Zuger Wohnraums aus. Eine gesunde Durchmischung der Bevölkerung werde deshalb in Zukunft eine zentrale Herausforderung der Zuger Politik sein.

sda

Hinweis: Die ganze Studie im Detail »