SUBVENTIONIERTER WOHNUNGSBAU: Der Run auf das geförderte Zuhause ist gross

Für junge Zuger Familien gibt es deutlich zu wenig günstigen Wohnraum. Das befremdet so manchen Einheimischen.

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Neue Wohnungen wie hier am Eschenring in Zug sind für Familien oft nicht erschwinglich. Es fehlen finanzierbare Wohnräume. (Bild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

Neue Wohnungen wie hier am Eschenring in Zug sind für Familien oft nicht erschwinglich. Es fehlen finanzierbare Wohnräume. (Bild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

«Ich bin sauer und ich bin traurig», beschreibt ein 45-Jähriger seinen Seelenszustand. Der Schweizer, der im Ausland geboren wurde, hat seine junge Frau in Oberägeri geheiratet. Seine 4-jährige Tochter hat am Ägerisee das Licht der Welt erblickt. Er selbst hat lange Jahre in Oberägeri gewohnt und Steuern bezahlt. «Ich liebe Oberägeri», sagt er und versteht die Welt trotzdem nicht mehr. Denn sein Traum, eine «preisgünstigere» 5 1/2-Zimmer-Attika-Wohnung für 1,45 Millionen Franken zugeteilt zu bekommen, scheint in weite Ferne gerückt.

«Es gibt zu wenig finanzierbaren Wohnraum für Familien»
Reiche bauen zuhauf Villen und luxuriöse Dependancen an Oberägeris sonnigen Hängen. Russen, Deutsche, Holländer, Schweden – und auch viele Schweizer. Für Heimatverbundene fehlen dagegen die erschwinglichen Bauplätze und Wohnungen.

«Es gibt deutlich zu wenig finanzierbaren Wohnraum für junge einheimische Familien», bestätigt Anton Rogenmoser von der gemeindlichen Wohnbauförderung. Die Gemeinde habe zwar den Run auf günstige, geförderte Wohnungen in den letzten Jahren durch die Baugebiete Teufli in Morgarten und Ehrlimatt eingebremst. Doch das reiche bei weitem nicht aus, so Rogenmoser.

Deshalb will die Gemeinde Oberägeri bis 2010 im Riedmattli, wo sie günstig Land erworben hat, in einer ersten Etappe weitere 22 günstige Eigentumswohnungen an einheimische Interessenten zum Verkauf anbieten und verteilen. Für diese Wohnungen sind 60 Bewerbungen eingegangen – auch die des oben erwähnten Familienvaters. Er wurde allerdings nicht berücksichtigt.

Offensichtlich ist besagter «Einheimischer» nicht einheimisch genug. Vor allem gehöre der Bewerber nicht zu jenen zahlreichen «Erstprioritätlern», die in Oberägeri geboren, aufgewachsen und in die Schule gegangen seien und sich aktiv am Dorfleben beteiligt hätten. In einer ersten Runde seien nun 17 Wohnungen an solche Kandidaten verteilt worden.

Mitgliedschaft in einer Genossenschaft ist von Vorteil
Auch auf dem Mietwohnungsmarkt stehen Bewerber meist Schlange, wenn günstige Wohnungen angeboten werden. In Baar beispielsweise sollen bis 2010 50 subventionierte Mietwohnungen in der Schürmatt gebaut werden. Unter welchen Bedingungen dort die Wohnungen an Bewerber vergeben werden, ist zwar noch nicht bekannt, es dürften aber vor allem Genossenschaftsmiglieder zum Zug kommen.

Die Mitgliedschaft in einer Genossenschaft ist auch aus der Sicht von Kurt Landis, dem Leiter des Amts für Wohnungswesen im Kanton Zug, ein wichtiges Kriterium für weniger betuchte Mieter, um an eine preisgünstige Wohnung zu kommen. «Wobei die Mietzinse dieser Wohnungen bei Einhaltung gewisser Einkommenslimiten vom Kanton verbilligt werden», erklärt Landis.

Wolfgang Holz

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Zuger Zeitung.