SUIZIDPRÄVENTION: «Wir können nicht auf den Bund warten»

Im Kanton Zug gibt es pro Jahr rund 17 Suizide und etwa 170 bis 300 Suizidversuche. Der Kanton Zug möchte deshalb die Früherkennung und Suizidprävention verstärken.

Drucken
Teilen
Gesundheitsdirektor Joachim Eder. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Gesundheitsdirektor Joachim Eder. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

In Ergänzung zum Konzept «Psychische Gesundheit im Kanton Zug 2007-2012» und gestützt auf die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchung «Suizide im Kanton Zug 1991-2007» formulierte die Gesundheitsdirektion des Kantons Zug im Konzept «Früherkennung und Suizidprävention 2010-2015» Ziele zur Früherkennung psychischer Störungen und zur Suizidprävention. In Anlehnung an nationale und internationale Empfehlungen werden konkrete Massnahmen für den Kanton Zug vorgeschlagen.

«Handeln dringend notwendig!»
«Die hohe Suizidrate ist für mich Barometer und Alarmsignal zugleich. Die Politik ist in der Verantwortung, Handeln ist dringend nötig! Wir können nicht auf den Bund warten», wird der Zuger Gesundheitsdirektor Joachim Eder zitiert. Er wolle deshalb das Tabuthema konkret angehen und die Suizidprävention in den kantonalen Aktivitäten verankern. Die Umsetzung der vorgesehenen Massnahmen wird von einer interdisziplinären Arbeitsgruppe, in der die wesentlichen Akteure im Bereiche der Suizidprävention vertreten sind, begleitet und evaluiert.

Hanspeter Walti, Chefarzt der Ambulanten Psychiatrischen Dienste, leitet diese Arbeitsgruppe und trägt die Hauptverantwortung für die Umsetzung des Konzepts. Für ihn ist Folgendes, wie es weiter heisst, ganz wichtig: «Hinter jedem Suizid steht eine persönliche Tragik und hinter jedem Suizidversuch ein Appell. Der Aufschub einer suizidalen Krise gibt den Betroffenen eine zweite Chance und uns Fachleuten die Möglichkeit, Hilfe anzubieten. Damit lassen sich Suizide verhüten.»

scd