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Leserbrief

SVP-Mitglied ruft zur Wahl des SP-Kandidaten auf

Zur Ersatzwahl eines Kantonsratsmitglieds vom 10. Februar in der Gemeinde Walchwil

Mit Moritz Schmid (SVP) wurde im letzten Herbst ein verdienstvoller Politiker vom Walchwiler Stimmvolk nicht wieder gewählt. Das ist ein Verlust für die Zuger Kantonalpolitik, die nun im Parlament auf eine erfahrene und vorausschauende Stimme verzichten muss. Wie man mir sagt, haben die Spitzen von CVP und FDP im Hinblick auf die kommende Ersatzwahl klar gemacht, dass man weder einen erneut kandidierenden Moritz Schmid noch das langjährige SVP-Vorstandsmitglied Monika Fallegger-Arnold unterstützen würde. Man wolle nur junge Kandidaten in den Kantonsrat empfehlen. Man merke: FDP und CVP wollten auch keine Frau aus der SVP unterstützen.

In Walchwil wurde offenbar eine Jugend-Quote eingeführt. Warum keine Senioren-Quote? Warum keine Zuzüger-Quote? Oder gar eine Frauen-Quote? Wenn schon sachfremde Kriterien und nicht die Eignung den Ausschlag geben sollen, dann wäre es wohl auch nur gut und recht, den demografischen Verhältnisse Rechnung zu tragen. Abgesehen davon, dass bei dem verdienten, bereits grossartig gewählten Kantonsrat Peter Rust junior die Anliegen der jungen Generation gut aufgehoben sind.

Natürlich gilt auch hier, dass die Ausnahme die Regel bestätigt, dann nämlich, wenn sich ein junges politisches Ausnahmetalent geradezu aufdrängt. Aber ein solches ist weit und breit nicht in Sicht. Dafür zieht nun die FDP vor dem verblüfften Publikum, ziemlich mirakulös, ganz plötzlich aus dem Zauberhut ein Kaninchen. Das Kaninchen heisst Christophe Lanz. Dass man ihn bloss wegen seiner Jugend wählen soll, ist mir nicht einsichtig. Wir wollen doch nicht einen unerfahrenen politischen Hinterbänkler im Kantonsrat, der im Parlament im Takt der Fraktionsdisziplin Ja oder Nein stimmt. Und die CVP als seriöse Alt-Partei winkt eine solche Kandidatur einfach so durch. Das will mir eigentlich nicht recht in den Kopf! Es wird aber wohl auf verschlungenen Wegen seine Gründe haben. Ich halte aber dafür, dass die Walchwiler Einwohner einen Anspruch darauf haben, dass wenigstens einer ihrer Vertreter im Kantonsrat eine breite politische Erfahrung mit sich bringt. Darum empfehle ich den Sozialdemokraten Guido Suter.

Ich bin ja bekanntlich kein Parteigenosse von Suter (obwohl ich mich als 18-jähriger auch in die SP verirrt habe). Ich habe auch keine persönliche Beziehung zu ihm. Aber Suter ist ein gestandener Politiker mit viel Erfahrung. Er ist solide und charakterfest. Er kann sich seriöserweise in Dossiers vertiefen und sie verstehen. Und er hat unserer Gemeinde auch als Gemeinderat gedient.

Es gibt also gar keinen plausiblen Grund, dass die FDP – nach der alles anderen als gloriosen Wahl ihres Vertreters in den Regierungsrat – jetzt auch noch den Takt vorgeben will und davon ausgeht, dass sie mit einem politischen Leichtgewicht, das bis anhin politisch kaum in dem erforderlichen Sinne hervorgetreten wäre, dem Wähler ein X für ein U vormachen kann.

Es gibt eine demokratische Ethik jenseits von Parteikalkül und -grenzen. Und in diesem Falle beanspruche ich diese – nicht zuletzt auch aus polithygienischen Gründen. Ich wähle Guido Suter in den Kantonsrat.

Jürg L. Steinacher, SVP-Vorstandsmitglied, Walchwil

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