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Kantonsratswahl Walchwil: SVP-Mitglied unterstützt den SP-Kandidaten

Sozialdemokrat Guido Suter erhält für die Kantonsratswahl vom 10. Februar Zuspruch von ungewöhnlicher Seite. Eine Person aus dem SVP-Vorstand stellt sich gegen die Bürgerlichen.
Laura Sibold
Wer wird, neben CVP-Mann Peter Rust, das Dorf Walchwil im Kantonsrat vertreten? (Bild: Maria Schmid (Walchwil, 07. Januar 2019))

Wer wird, neben CVP-Mann Peter Rust, das Dorf Walchwil im Kantonsrat vertreten? (Bild: Maria Schmid (Walchwil, 07. Januar 2019))

Ein junges politisches Ausnahmetalent sei weit und breit nicht in Sicht, schreibt Jürg Steinacher, Vorstandsmitglied der SVP Walchwil in seinem Leserbrief (siehe Seite 22 in dieser Ausgabe). Nun ziehe die FDP aber plötzlich einen neuen Kandidaten aus dem Zauberhut, der nicht allen entspreche: «Wir wollen doch nicht einen unerfahrenen politischen Hinterbänkler im Kantonsrat, der im Parlament im Takt der Fraktionsdisziplin Ja oder Nein stimmt.»

Aus diesem Grund stellt sich Jürg Steinacher – der selber seit über zehn Jahren im SVP-Vorstand sitzt – an der Ersatzwahl für den zweiten Walchwiler Kantonsratssitz hinter den SP-Kandidaten Guido Suter. Guido Suter trifft in der Ersatzwahl vom 10. Februar auf den FDP-Kandidaten Christophe Lanz. Dieser gilt als gemeinsamer Kandidat von FDP, CVP und SVP, wie die drei bürgerlichen Parteien Mitte Dezember mitgeteilt haben.

Auch bereits Zuspruch von Seiten der CVP

Dass sich Jürg Steinacher als SVP-Vorstandsmitglied gegen seine Partei stellt und sich für einen Sozialdemokraten ausspricht, erstaunt. Erst recht, wenn Steinacher im Leserbrief verneint, eine persönliche Beziehung zu Guido Suter zu haben. «Suter ist ein gestandener Politiker mit viel Erfahrung. Er ist solide und charakterfest», heisst es dort etwa. Jürg Steinacher rechtfertigt seine Unterstützung für den SP-Kandidaten jedoch mit einer demokratischen Ethik jenseits von Parteikalkül. Es sei, wie er selber schreibt, eine Wahl «aus polit-hygienischen Gründen».

SP-Kandidat Guido Suter freut sich über die Unterstützung von unerwarteter Seite. «Das kam auch für mich eher überraschend, ist wohl aber der Konstellation geschuldet, dass die SVP selber keinen Kandidaten aufgestellt hat.» Er habe auch Zuspruch von Mitgliedern anderer Parteien erhalten, darunter vor allem von CVP-Politikern, verrät Suter. Seine Chancen schätzt Suter als intakt ein: «Bei zwei Kandidaten und im Majorz kann auch ein linker Zuger Politiker das absolute Mehr schaffen.»

Auch bei der SVP ist man erstaunt

Moritz Schmid, Präsident der SVP Walchwil, erfuhr durch unsere Zeitung von Steinachers Unterstützung für Suter. Das erstaune ihn schon etwas, besonders weil CVP, FDP und die Wahlkommission der SVP sich für Christophe Lanz ausgesprochen hätten. Laut Schmid wird von der FDP in Bälde ein überparteiliches Plakat für Lanz lanciert. Wem er seine Stimme gibt, wollte Schmid nicht preisgeben. Er selber gab im Dezember bekannt, dass er für die Ersatzwahl nicht mehr antritt.

Der 33-jährige Christophe Lanz ist als Abteilungsleiter im Bereich Sicherheitsdienstleistungen tätig. Guido Suter ist 60 Jahre alt, arbeitet als Bibliothekar und sass ab 2007 für zwei Legislaturen im Gemeinderat.

Die Ersatzwahl für den zweiten Kantonsratssitz wird notwendig, weil der im Herbst gewählte Florian Weber (FDP) nun Regierungsrat ist. Bereits als Kantonsrat gewählt ist Peter Rust (CVP).

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