leserbrief
SVP sei Dank - oder doch nicht?

«Meine Berner Woche von Nationalrat Thomas Aeschi», Ausgabe vom 12. Dezember

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Der Bundesrat hat am letzten Freitag darauf verzichtet, die Anzahl Personen bei privaten Treffen von 10 auf 5 zu reduzieren. Dafür sind wir doch sehr dankbar, und werden uns über die Festtage auch entsprechend verantwortungsbewusst verhalten. Gemäss Nationalrat Thomas Aeschi haben wir die Beibehaltung der 10-Personen-Regel dem Druck der SVP zu verdanken. So, so? Und wie konnte die SVP den Bundesrat davon überzeugen? Mir sind weder ein parlamentarischer Vorstoss, eine landesweite Petition noch ein Protestmarsch durch Bern dazu bekannt. Es lässt sich einzig eine dünne Medienmitteilung finden, die – neben weiteren Forderungen zur Abschwächung der Coronamassnahmen – auch die Personen-Regel erwähnt. Es ist wohl eher so, dass der Bundesrat für seinen Entscheid vor allem die Reaktionen der Kantonsregierungen berücksichtigt hat, welche sich sicher genügend für die wirtschaftlichen und privaten Anliegen der Bevölkerung eingesetzt haben. Thomas Aeschi überschätzt die Wirkung seiner Medienmitteilung masslos, aber für etwas Polit-Marketing ist ihm das wahrscheinlich egal. Allerdings entbinden wir ihn auch von der Verantwortung, wenn die Fallzahlen nach den Feiertagen wegen doch zu lockerer Massnahmen weiter ansteigen.

André Guntern, Baar