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SWISSINT: Armee und Friedensförderung

Blaue Helme, Schutzwesten und Minenattrappen an der Zuger Messe: Die Schweizer Armee stellt ihre friedensfördernden Auslandeinsätze vor – und hofft, Interessen zu wecken.
Julian Feldmann
Hauptmann Beat Haenni kleidet Sonya als UNO-Militärbeobachterin ein.Bild: Werner Schelbert (Zug, 22. Oktober 2016)

Hauptmann Beat Haenni kleidet Sonya als UNO-Militärbeobachterin ein.Bild: Werner Schelbert (Zug, 22. Oktober 2016)

«Wo denn? Ich sehe nichts», klagt ein kleiner Junge seinem Vater. Tatsächlich sind sie nicht leicht zu entdecken, die in einer Vitrine vergrabenen Minenattrappen. Doch sie haben ihren Sinn. Bevor man einen Friedensförderungseinsatz im Ausland in Angriff nehmen kann, muss man sich einer intensiven Ausbildung unterziehen. «Ein Bestandteil davon ist, zu lernen, wie man sich in Gebieten, wo es viele Minen gibt, zu verhalten hat», klärt Hauptmann Jonathan Morillo auf.

Es gibt noch mehr zu sehen beim Stand A3.55: Ein Modell stellt einen typischen Militärbeobachtungsposten, wie er etwa auf dem Golan errichtet wird, dar. Als Erinnerung kann man ein Foto von sich als UNO-Militärbeobachter knipsen lassen – in blauer Schutzweste. Mehrere Monitore zeigen Ausschnitte, die vom Leben der Soldaten im Kosovo, in Nahost, Afrika oder Korea berichten.

Mindestens genauso spannend ist es, solche Erfahrungen aus erster Hand zu erhalten – von Armeeangehörigen, die bei einem Friedensförderungseinsatz dabei waren. «Es sind keine Ferien. Man lernt die Schweiz schätzen und freut sich, wieder nach Hause zu kommen», hört man Soldaten erzählen. Aber auch: «Der Einsatz bewirkt etwas – die gut ausgerüstete Schweizer Armee kann technisches Fachwissen weitergeben, was sehr geschätzt wird», und «es ist eine unglaublich spannende Zeit, man sammelt Erfahrungen fürs Leben.»

«Es gab auch Schusswechsel»

Einer, der einen grossen Rucksack voll solcher Erfahrungen hat, ist Hauptmann Beat Haenni. Nun teilt er diese mit den Messebesuchern: «Es geht darum, viele Leute anzusprechen.» Über 300 Armeeangehörige seien momentan fern der Heimat im Einsatz. 235 davon weilen im ­Kosovo. Die meisten anderen sind als unbewaffnete Militärbeobachter, sogenannte Blaumützen, in UNO-Missionen im Einsatz. Irgendwann kehren die Soldaten heim – neue geeignete Kräfte müssen entsandt werden. Darum sei es das Ziel, an der Zuger Messe auf sich aufmerksam zu machen. «Viele Leute wissen gar nicht von unserer Existenz», bedauert der Offizier. Ein Jahr lang war Beat Haenni in Korea stationiert. «Es herrscht nicht Frieden dort – nur Waffenstillstand. Dennoch kam es auch zu Schusswechseln.» Die Lage hätte aber jeweils schnell deeskaliert werden können – auch dank Schweizer Unterstützung. Für den Offizier ist klar: «Es braucht diese Truppen.» Dies sei ihm auch im Südlibanon klar geworden, wo er mit bewaffneten UNO-Truppen nahe einem Lager der Hisbollah stationiert gewesen war. Die unbewaffneten UNO-Militärbeobachter hätten da gerade noch vermittelnd eingreifen können, bevor es zwischen einem Bataillon aus Fidschi und der Hisbollah zu einem handfesten Konflikt gekommen ist.

Nebst Korea und dem Südlibanon ist Beat Haenni auch in Syrien stationiert gewesen – lange vor dem Arabischen Frühling. Rückblickend auf die verschiedenen Stationen sagt er: «Ich möchte nicht darauf verzichten. Wir sind jeweils sehr willkommen, unsere Arbeit wird geschätzt.»

Kamerad Jonathan Morillo ist sich sicher: «Die Schweiz kann etwas bewirken. Mittel- und langfristig leisten wir einen wertvollen Beitrag für den Frieden.» Die Reaktionen von den Messebesuchern seien meist positiv: «Die Leute sind interessiert und offen.»

«Als Mann würde ich gehen»

Nicht nur Männer, sondern auch viele Frauen hören gespannt zu, was die Heimgekehrten zu berichten haben. «Ich finde es gut, dass die Schweiz andere Länder unterstützt», sagt etwa Nadine Meier aus Auw und fügt an: «Ich denke, als Mann würde ich einen Friedensförderungseinsatz im Ausland machen.» Diese Meinung teilt auch Medizinstudentin Muriel Holzmann: «Ich finde es mega toll. Wenn, dann würde ich meine Fachkenntnisse nutzen wollen» – also für medizinische Betreuung zuständig sein. Ihre Kollegin, die sich ebenfalls gerade den Stand ansieht, meint: «Ich wusste gar nicht, dass es das gibt.» Recht gehabt und Ziel erreicht, Hauptmann Haenni.

Hinweis

Die Ausstellung von Swissint befindet sich in der Halle A3, Stand A3.55. Informationen zur militärischen Friedensförderung: www.peace-support.ch

Lesen Sie unser Dossier unter: www.zugerzeitung.ch/zugermesse

Julian Feldmann

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