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Betreuungsgutscheine: Systemwechsel in der Stadt Zug ist geglückt

Schon für rund 300 Kinder sind seit Anfang Jahr die neuen Betreuungsgutscheine beansprucht worden.
Zoe Gwerder

Ende Juni vergangenen Jahres stritten die Politiker im Stadtparlament noch über das Reglement für die Betreuungsgutscheine. Heute – ein Jahr später – ist das neue Subventionsmodell für die Kinderbetreuung bereits seit sechs Monaten in Kraft (siehe Box). Die zuständige Stadträtin Vroni Straub zieht eine positive erste Bilanz. «Das Angebot wird gut genutzt und wir erreichen die richtigen
Leute. Wir haben die richtigen Voraussetzungen festgelegt.»

Das neue Modell

Seit Januar können Eltern Betreuungsgutscheine bei der Stadt Zug anfordern. Das sogenannte massgebende Einkommen wird aus dem steuerbaren Einkommen sowie einem Teil des Vermögens errechnet. Gutscheine werden bis zu einem massgebenden Einkommen von 120000 Franken ausbezahlt. Das Geld der Gutscheine wird den Eltern direkt auf deren Konto überwiesen. Diese bezahlen dann die ganze Kita-Rechnung. Beim alten Modell gab es Leistungsvereinbarungen mit den Kitas, welche die Anzahl subventionierter Plätze festlegten. Der administrative Aufwand lag dabei bei den Krippen.

Gemäss Straub haben rund 300 Kinder seit Januar Betreuungsgutscheine beansprucht. «Rund ein Drittel dieser Familien verfügt über ein massgebendes Einkommen von weniger als 18000 Franken. Rund die Hälfte aller Familien befinden sich auf der Tarifskala bei einem massgebenden Einkommen von unter 30000 Franken. Mehr als 80000 Franken haben rund 12 Prozent der Familien und von Familien, die auf ein massgebendes Einkommen von über 100000 Franken kommen, würden kaum Gesuche
gestellt – nur rund 7 Prozent.

Weniger Aufwand, 
mehr Risiko

Bei der Einführung habe es einzig auf technischer Seite etwas geholpert. Denn das Berechnungstool sei eigens für das Modell der Stadt Zug entwickelt worden. «Wir konnten auf keine Erfahrungswerte zurückgreifen und mussten alles in der Praxis erproben», so die Vorsteherin des Bildungsdepartements. Trotzdem habe man alle vollständig eingereichten Gesuche rechtzeitig bearbeiten können. Eltern, die durch das neue System schlechter gestellt wurden, hatten die Möglichkeit von einer Übergangslösung Gebrauch zu machen. Mit dieser wurde die Differenz zum alten Modell
halbiert, wie Straub erklärt.

Bei den Kindertagesstätten kommt der Wechsel offenbar gut an. So beispielsweise bei der Kinderbetreuungsorganisation Kibiz, welche die grösste in der Stadt Zug ist. Geschäftsführerin Esther Krucker berichtet, die Einführung sei sehr entspannt und gut gelaufen.

«Wir konnten die Eltern mit dem Schreiben der Stadt gut vorbereiten und diese waren es bereits gewohnt, Unterlagen einreichen zu müssen.»

Für die Krippen gebe dieses Modell weniger Aufwand. «Wir müssen die Eltern nicht mehr selber einstufen, dafür ist das Risiko höher, dass wir dem Geld nachrennen müssen.» Anders als die Stadt würden die Eltern ihre Rechnungen manchmal nicht ganz so pünktlich bezahlen. «Falls es mit dem Zahlen aber gar nicht klappt, haben wir die Möglichkeit, von der Stadt zu verlangen, dass sie uns den Gutschein direkt ausbezahlt.»

Marcel Hänggi, der für die Krippen Zauberrank und Zauberstern verantwortlich ist, lobt die Zusammenarbeit mit der Stadt. «Offene Fragen konnten wir sehr gut klären.» Er ist auch zufrieden mit dem gewählten System. «An unseren Standorten in Zürich ist es mit den Betreuungsgutscheinen viel komplizierter. Hier in Zug ist es für uns eine Entlastung.»

Optimieren und erst
dann Evaluieren

Der zusätzliche Aufwand liegt nun bei der Stadt. Diese hat eine Mitarbeiterin in einem 50-Prozent-Pensum angestellt, die sich ausschliesslich um die Betreuungsgutscheine kümmert. Gemäss Stadträtin Straub werden nun die Prozesse und Abläufe bei der Zusammenarbeit mit den Krippen optimiert. «Wir nehmen nun weiter Feinjustierungen vor.» Evaluiert werde das eingeführte Modell dann in zwei bis drei Jahren.

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