Leserbrief

Tabakwerbung und die AHV

«So wurde Philip Morris Pavillon-Sponsor», Ausgabe vom 13. November

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Durch den Konsum von Tabak flossen im Jahr 2018 2,08 Milliarden Franken in die Kasse der AHV, dies entspricht in etwa 5 Prozent aller AHV-Einnahmen. Danke liebe Raucher! Diese in der Schweiz ansässigen Tabakkonzerne schaffen Arbeitsplätze in der Schweiz und zahlen Steuern, danke.

Da entsetzt man sich, wenn ein Konzern die Eröffnung einer Schweizer Botschaft in Russland oder einen Schweizer Pavillon in Dubai unterstützt, um seinen Kunden den Rauchgenuss zu ermöglichen? Mit einer Summe von über 1,5 Millionen Schweizer Franken entlastet er den Bund und die Steuerzahler und verschönert den Schweizer Auftritt und hilft damit notabene die Marke Schweiz weiter erfolgreich in die Welt zu tragen. So etwas soll verwerflich sein? Dies wegen offensichtlicher Formfehler, die man offensichtlich als Erwachsener und mündiger Mensch nicht lösen kann.

Ach ja, ich habe vergessen, heute möchte lieber jeder ein anonymer «Whistleblower oder Mittelsmann» sein und rennt mit seinen Informationen sofort zu den Medien, anstatt das Problem pragmatisch am Tisch zu lösen. Alles, was zu tun wäre, ist dieser Industrie zu danken für die AHV-Unterstützung. Wo ein Wille wäre, wäre auch eine Lösung.

Auf der anderen Seite werden direkt und unverfroren die Zielgruppen Frauen und Jugendliche mit der Volksdroge Nummer 1, dem Alkohol täglich mit Werbung bombardiert. Seien es Musikfestivals, Schwing- und Älplerfeste, Open-Air-Konzerte, Sportanlässe oder Grossanlässe jeglicher Art, die Alkoholproduzenten reissen sich förmlich um Exklusiv-Sponsoring-Verträge, um ihre Alkohol-Botschaft förmlich ins Land zu schreien. Was für ein inkonsequentes und einseitiges Verhalten des Bundes. Es sind verunreinigte Gehwege, betrunkene Autofahrer, die töten, und randalierende und pöbelnde Besoffene, die mich anwidern und nicht die Raucher, die gefährden höchstens ihre eigene Gesundheit.

Wie viel Rappen pro verkaufte Flasche Alkohol fliessen in die AHV und die Prävention? Bei den Zigaretten sind es 10 Rappen pro verkauftes Päckli.

Walter Brander, Cham