TAGESSCHULE: Bald zahlen alle gleich viel

Für Betreuung und Verpflegung in der Stadt Zug soll bald auch für die städtische Tagesschule der Pauschaltarif gelten. Das Stadtparlament kommt tiefen Einkommen entgegen.

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Die Tagesschule ist öffentlich und unentgeltlich. Die Eltern zahlen für die Betreuung ausserhalb der Schulzeiten - etwa über den Mittag. (Archivbild Werner Schelbert / Neue ZZ)

Die Tagesschule ist öffentlich und unentgeltlich. Die Eltern zahlen für die Betreuung ausserhalb der Schulzeiten - etwa über den Mittag. (Archivbild Werner Schelbert / Neue ZZ)

2006 fällte das Stadtparlament einen denkwürdigen Grundsatzentscheid: Es beschloss im Hinblick auf die Einführung der ausserschulischen Kinderbetreuung, dass für die Einrichtungen des Bildungsdepartements der Pauschalbeitrag gelten soll. Dieser Grundsatz wird heute sowohl für die Musikschule wie für die Kinderbetreuung angewendet – bloss nicht für die städtische Tagesschule, die dieses Jahr ihr 20jähriges Bestehen feiern kann. Darum, so Vroni Straub-Müller, Vorsteherin des Bildungsdepartements, soll das veraltete Tagesschulreglement angepasst werden. So wird beispielsweise im Reglement der Kindergarten aufgeführt, obschon dieser seit Jahren nicht mehr geführt wird.

Neu werden die Eltern nicht mehr einkommensabhängig für Betreuung und Verpflegung bezahlen, sondern jährlich einen Pauschalbeitrag von 2668 Franken entrichten. Durch diese Anpassung entstehen der Stadt finanzielle Einbussen von jährlich rund 110'000 Franken.

Im Rat opponierte einzig die SP gegen die Einführung des Pauschalbeitrags und stellte einen Rückweisungsantrag, der deutlich abgelehnt wurde. Die Fraktion begründete ihren Antrag damit, dass Eltern mit niedrigem Einkommen künftig im Verhältnis viel mehr bezahlen müssten als bei der aktuellen Regelung, was asozial sei. De anderen Fraktionen stimmten dem Systemwechsel dagegen zu. Stadträtin Vroni Straub führte ergänzend aus, dass bei Härtefällen ein Sozialtarif angewendet werden könne.

Gegen die Stimmen der FDP-Fraktion stimmte der Rat mit 25 zu 8 zudem einem Antrag der Geschäftsprüfungskommission (GPK) für eine Übergangsregelung zu: Um Härtefälle zu vermeiden, sollen die neuen Elternbeiträge für die bisher in den ersten drei Tarifstufen eingestuften Kinder nicht angewendet werden, bis sie die Schule verlassen.

pd