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Täglich lockt der Blick vom Rossberg in die Ferne

Auf dem höchsten Punkt des Rossbergs ist seit zweieinhalb Jahren eine Panorama-Kamera installiert, die alle zehn Minuten ein Bild schiesst. Diese sind im Internet für jedermann zugänglich, was täglich von Abertausenden genutzt wird.
Charly Keiser
Das Panoramabild der Roundshot-Kamera-Wildspitz.

Das Panoramabild der Roundshot-Kamera-Wildspitz.

Am 9. September 2015 ging die Panoramakamera auf dem Wildspitz in Betrieb. Weit über eine Million Sitzungen sind seit da verzeichnet – beziehungsweise ist die Webadresse www.wildspitz.roundshot.com aufgerufen worden, wo alle zehn Minuten ein neues Bild zu finden ist. Die Zahlen sind eindrücklich, wie die Statistik zeigt: Über 11000 Besucher in der letzten Novemberwoche und mehr als 34000 Aufrufe innert 28 Tagen. Von Januar bis Ende November 2018 sind rund 170000 Sitzungen registriert worden.

Der Grund für die enorme Beliebtheit der Panoramakamera auf dem Wildspitz ist deren perfekte Lage. Denn auf den Bildern ist die halbe Schweiz zu sehen. So können beispielsweise Zürcher checken, ob der Üetliberg über dem Nebel ist, oder Aargauer überprüfen, ob sie den Kaffee beim Horben auf dem Lindenberg bei Sonne geniessen können. Die meisten Besuche der Webcam stammen aber wohl aus dem Zugerland und Schwyz. Und dies, wie die Statistik ebenfalls offenbart, schwerpunktmässig zwischen Oktober und März. Mit wenigen Klicks kann nämlich gecheckt werden, ob der Raten, der Zugerberg oder das Hochstuckli über dem Nebel sind. Wo hängen Wolken am Himmel, die bald die Sonne verdecken? Ab wo ist mit Schnee zu rechnen?

Auch Meteo Schweiz hat die Wildspitz-Panoramakamera schon als Referenz genannt, sagt Andreas Kleeb, der «Vater» der Kamera. So würden auch Wetterprofis die Bilder vom Wildspitz nutzen, um die Entwicklung des Wetters beurteilen zu können.

Kamera statt Fest

Kleeb hatte die Absicht im November 2015 ein Fest zu seinem 30. Jahr Selbstständigkeit auszurichten. «Es hätte kurz ‹Päng› gemacht und wäre vorbei gewesen. Darum habe ich darauf verzichtet und stattdessen mit der Kamera etwas Nachhaltiges gesponsert, das vielen Leuten lange etwas nützt», erklärt Kleeb. Am 1. Juli 2015 seien die ersten Testbilder gemacht worden. «Daran kann ich mich sehr, sehr gut erinnern. Denn dannzumal bin ich im Berggasthaus Wildspitz erstmals meiner heutigen Frau begegnet.» Seit dem 9. September 2015 ist die Panoramakamera fix in Betrieb. Liefert sie einmal keine Bilder, bekomme dies der Wirt des Berggasthauses zu hören, sagt Kleeb. «Sie rufen ihn an und melden, wenn die Kamera ausfällt.»

Panoramabilder als Grussbotschaften genutzt

Die Wildspitz-Panoramabilder werden auch häufig als Grussbotschaften genutzt. So platzieren sich zahlreiche Wanderer oder Biker in den Kamerabereich und winken, wenn das Bild geschossen wird. Die Aufnahme kann danach aufs Smartphone oder den Computer heruntergeladen und – auch weit weg wohnenden – Verwandten oder Bekannten gemailt werden.

Seit 1955 baut die Firma Seitz im thurgauischen Lustdorf Panorama-Kameras. Hermann Seitz produzierte damals seine erste Panorama-Kamera mit 16 Millimeter Rollfilm und einem 10 Millimeter Objektiv. Er nahm mit dieser Kamera kontinuierliche 360 Grad-Bilder vom Dach des Familien-Wagens auf.

Seitz ist heute Primus der Branche. In Zeiten, in denen Kameras in Massenproduktion gefertigt werden, scheint es schier unglaublich: Jedes Teil einer Seitz-Roundshot-Kamera wird aus Aluminiumblöcken mit höchst präzisen CNC Maschinen aus dem Vollen gefräst, schreibt die Firma auf ihrer Webseite. Jede Kamera werde von Hand montiert und in der Werkstatt genau kontrolliert. Auch auf dem Pilatus, der Fürenalp und der Rigi-Scheidegg sind Roundshot-Kameras installiert, um nur drei weitere Zentralschweizer Standorte zu nennen. Denn wie auf www.roundshot.com zu sehen ist, sind mittlerweile Tausende Seitz-Kameras weltweit im Einsatz.

Wassermangel: Milder Start in den Winter

Wie auf den gestrigen Bildern der Wildspitz-Panoramakamera zu erkennen ist, steht das Auto des Pächters vor dem Berggasthaus. Dies ist nur möglich, weil dank des Wärmeeinbruchs der letzten Woche und seither ausbleibendem Niederschlag die Strasse auch jetzt noch befahrbar ist. In der letzten Novemberwoche fuhren zahlreiche Lieferwagen zum Berggasthaus, das normalerweise von Anfang Dezember bis Ende April nur mit Muskelkraft erreichbar ist. Die Ausnahme bildet der Schneetöff von Hans Kryenbühl, der in den Wintermonaten dem Wildspitzwirt die Frischwaren nach oben bringt. Ein Grossteil des Essens und die Getränke für rund viereinhalb Monate lagern bereits im Haus. Nicht nur an Schnee mangelt es auf dem Wildspitz. Zwar haben sich die Wassertanks im Dezember wieder ein wenig gefüllt, doch immer noch muss Wasser gespart werden. (kk)

Zur Webcam: www.wildspitz.ch

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