TAGWACHE: Gut gebrüllt, liebe Guggen

Pünktlich um 5 Uhr startet am Donnerstag die Fasnacht. Von oben tropft es, doch unten tanzen sich Zuger mit Katy Perry durchs Feuer.

Susanne Holz
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Vor dem Morgengrauen waren an der Chesslete die ersten Guggenklänge zu hören. (Bild: Susanne Holz)

Vor dem Morgengrauen waren an der Chesslete die ersten Guggenklänge zu hören. (Bild: Susanne Holz)

Hallo liebe Fasnacht, bist du auch schon da? Und wie. Gestern, Schmutziger Donnerstag, fünf Uhr morgens: In Scharen – na ja, zumindest fast – strömt das fasnachtslustige Volk zum Zuger Landsgemeindeplatz. Von wegen stille Nacht und Dunkelheit. Hier fahren ganze Busse vor, sogar aus dem Appenzell. Der Platz scheint wach wie nie, es riecht nach Bratwurst und Punsch, die Zuger Chesslete sorgt für «Gratiskafi» und ebensolche Gipfeli. Ob aber der Schmudo nun so richtig schmutzig wird, scheint eher fraglich: Von oben tropft es unablässig und macht die Narren nass und wischt sie sauber.

Einhorn oder Engel?

So mancher trägt einen Regenschutz überm Kostüm, Schirme spannen sich über Edelleuten, Schiffskapitäne sind plötzlich wasserscheu, nur die Eisbären und Pinguine trotzen dem Dauerregen allein mit ihrem Fell. Teenies und kleine Kinder, alte Fasnächtler und junges Gemüse: Alle haben sich hier ganz unverfroren versammelt, um die Fasnacht zu begrüssen. Bunte Scheinwerfer werfen ihr Licht auf Beine in Blümchen und Beine in Camouflage, die Füsse tippen den Takt, die Guggen geben ihn vor.

Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ
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Bild: Susanne Holz / Neue ZZ
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Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ
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Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ

Auf drei Bühnen rahmen sie die Mitte des Platzes ein: die Figorowas, die Descampados, die Los Contineros. Die steten Regentropfen lassen ihre Instrumente im Dunkel des frühen Morgens glitzern. «Lose mer no eis», tönt es durch ein Mikrofon, und die Drachen am Kopf des Platzes holen tief Luft. Gut gelaunt geben die Figorowas Gas und tanzen sich mit Katy Perry durchs Feuer: «I got the eye of the tiger, a fighter …» Diese Guggen sind die Champions, und man hört sie brüllen bis runter zum See.

Ganz nah am Tiger steht Martin Angst. Der junge Rotkreuzer glitzert mit dem Regen um die Wette – seinen Armen und Beinen entlang leuchten LED-Stripes. Zusammen mit seinem Kollegen ist er schon die ganze Nacht auf den Beinen, um sich für die Chesslete wachzuhalten. Um halb vier Uhr früh hat sich Carmela Cavegn aus Walchwil auf den Weg zur Fasnacht gemacht. Und das warm verpackt in kuscheliges weisses Fell mit rosa Horn und rosa Flügeln gehüllt. Man fragt die Sechzehnjährige: Engel oder Einhorn? «Einhorn», lautet die Antwort, «das hat auch Flügel.» Richtig, und die Fasnacht, die verleiht ihr welche.

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