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Tangente Zug/Baar: Weitere Massnahmen gefordert

Zwei ALG-Gemeinderätinnen wünschen sich mit der Eröffnung der Tangente Zug/Baar eine Aufwertung des öffentlichen Raums.
Laura Sibold

Läuft alles nach Plan, soll die Tangente Zug/Baar (TZB) 2021 eröffnet werden. Sie wird die Verkehrsflüsse in einem grossen Teil des Stadtgebiets verändern. In Zug seien jedoch noch keine konkreten flankierenden Massnahmen vorbereitet beziehungsweise kommuniziert worden, betonen Tabea Zimmermann Gibson und Michèle Willimann. Aus diesem Grund haben die Zuger ALG-Gemeinderätinnen am 12. September die Motion betreffend flankierender Massnahmen zur Eröffnung der Tangente Zug/Baar eingereicht.

«Uns ist wichtig, dass wir für die Stadt frühzeitig Vorteile aus der Tangente ziehen. Zudem soll der Langsamverkehr – also Fussgänger und Velofahrer – gestärkt werden», erklärt Michèle Willimann. Mit ihrer Motion wollen die ALG-Gemeinderätinnen den Stadtrat beauftragen, dem Grossen Gemeinderat bis Winter 2020 Bericht und Antrag zu erstatten für quartierweise Aufwertungsmassnahmen des öffentlichen Raums und des städtischen Verkehrswegesystems.

Tempo 30 und weitere Ideen vorgebracht

Konkret geht es Zimmermann und Willimann darum, «alte» Versprechen einzufordern. Vor der Abstimmung zur Tangente sei der Bevölkerung versprochen worden, dass die Stadt durch die Tangente von einer grossen Verkehrsreduktion profitieren werde, heisst es im Vorstoss: «Für die Ägeristrasse unterhalb des Talachers sowie die Baarerstrasse nördlich der Feldstrasse bis zur Stadtgrenze wurde eine Entlastung von bis zu einigen tausend Fahrzeugen pro Tag prognostiziert. Im Gegensatz dazu müssten insbesondere die nördliche Industriestrasse und die Göblistrasse eine starke Verkehrszunahme erfahren.» Da die Leistungsfähigkeit des Autobahnzubringers stark erhöht werde, könnte ohne flankierende Massnahmen auch Zug West schon nach kurzer Zeit spürbar unter Mehrverkehr leiden.

Daher brauche es mit der Eröffnung der Tangente gezielte Massnahmen zur Aufwertung des öffentlichen Raums in der Stadt Zug – insbesondere durch eine Verminderung des privaten motorisierten Individualverkehrs. Als mögliche Massnahmen führt Michèle Willimann Tempo-30-Zonen, Riegel (mittels Signalisation oder Senksäulen erwirktes Fahrverbot) und sogenannte Dosiersysteme ins Feld. «Letzteres bezeichnet ein System, bei dem der Verkehr nur tröpfchenweise durchgelassen wird, um grössere Staus zu vermeiden», erklärt Willimann. Ein Dosiersystem wird bereits bei der Haltestelle Stampfi mittels Ampel während der Hauptverkehrszeiten angewandt. Angedacht ist ein solches System auch an der Baarer-/Zuger-/Industriestrasse.

Das Gesamtkonzept soll berücksichtigt werden

Dem Quartierverein Guthirt habe der Stadtrat zudem versprochen, mit der Eröffnung der TZB im Quartier, insbesondere auf einem Grossteil der Industriestrasse, Tempo 30 einzuführen und den Langsamverkehr zu fördern, schreiben die Motionärinnen. «Das entsprechende Bau- und Massnahmenpaket ist bis jetzt aber nicht publiziert worden, geschweige denn rechtskräftig.» Ein weiteres Anliegen sind Michèle Willimann Veloschnellverbindungen. «Gibt es auf den Hauptachsen weniger motorisierten Verkehr, bietet das mehr Raum für Velos. Dieser wird immer wichtiger, weil immer mehr Velos auf Zuger Strassen unterwegs sind, darunter auch E-Bikes», so Willimann.Die ALG-Gemeinderätinnen betonen im Vorstoss zudem die Wichtigkeit einer koordinierten Vorgehensweise. So sollen die Aufwertungsmassnahmen das Stadtraumkonzept 2050 und das Gesamtmobilitätskonzept berücksichtigen respektive mit diesen vereinbar sein. Letzteres wird derzeit vom Stadtrat erarbeitet, im Frühling 2020 sind erste Ergebnisse zu erwarten.

Weitere Informationen zum Bau der Tangente Zug/Baar gibt es hier.

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