TANGENTE ZUG/BAAR: Die Tangente gefährdet das Trinkwasser nicht

In Inseraten wenden sich «betroffene Bauern» gegen die Tangente Zug/Baar. Nun nimmt die Zuger Baudirektion Stellung.

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Ein Glas Trinkwasser. (Symbolbild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

Ein Glas Trinkwasser. (Symbolbild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

Seit Wochen erhitzt die geplante Tangente Zug/Baar die Gemüter. Nun erheben laut einer Mitteilung der Baudirektion des Kantons Zug «betroffene Bauern» in einem Zeitungsinserat mit dem Titel «Die Tangente und das Trinkwasser» schwere Anschuldigungen gegen die «Verantwortlichen».

Im Inserat steht, dass mit dem Bau des neuen Trinkwasser-Pumpwerkes Sternen im Jahr 2000 eine neue Situation entstanden sei, die eine Streichung aller Strassenvorhaben in diesem Gebiet erfordert hätte. Den Fachleuten wird vorgeworfen, es fehle ihnen an der nötigen Sensibilität für das empfindliche Ökosystem.

Die Baudirektion kontert
Die Baudirektion nimmt dazu in einer Medienmitteilung wie folgt Stellung:

  • Zum Bau des Trinkwasserpumpwerks Sternen:  Die Darstelltung, mit dem Bau des Trinkwasserpumpwerks sei eine neue Situation entstanden, sei verkürzt. Laut Baudirektion werde damit der Eindruck erweckt, im Gebiet Sternen werde erst seit dem Bau des Grundwasserpumpwerkes Trinkwasser gefördert. Fakt sei, dass in den Gebieten Göbli und Sternenhof schon seit Jahrzehnten Grundwasservorkommen genutzt werden – seit 1920.  
  • Zum Bau einer Strasse im Grundwasserschutzgebiet Sternen: Die Behauptung, ein Strassenbau durch das Grundwasserschutzgebiet Sternen komme nicht mehr in Frage, ist laut Baudirektion falsch. Das Grundwasserschutzgebiet Sternen ist in drei unterschiedliche Nutzungszonen eingeteilt. Gemäss Reglement ist der Bau von Strassen und Wegen in der äussersten Schutzzone explizit erlaubt. Auch das Güllen sei dort erlaubt.  
  • Zur Sensibilität der Fachleute für das Ökosystem: Die Behauptung, den Fachleuten und den Verantwortlichen fehle es an der nötigen Sensibilität für das empfindliche Ökosystem, ist laut Baudirektion ebenfalls falsch. Schliesslich würden die Schutzmassnahmen im Fall der Tangente Zug/Baar weit über die gesetzlichen Vorschriften hinaus gehen. So werde zum Beispiel der Strassenkörper bis fünf Meter über den Strassenrand hinaus gegen den Untergrund abgedichtet, so dass kein Wasser versickern kann. Das Strassenoberflächenwasser wird gefasst, abgeleitet und gereinigt.

Das Fazit der Baudirektion: «Die Tangente Zug/Baar gefährdet das Trinkwasser nicht.»

ana