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TAUCHEN: Schlechte Sicht im Zugersee – Tauchschüler weichen aus

Die Zuger Unterwasserwelt hat mehr zu bieten, als man auf den ersten Blick meinen könnte – auch wenn die Verhältnisse nicht immer ideal sind, so wie aktuell.
Tauchlehrer Peter Liechti (Mitte) unterrichtet Schüler im Vierwaldstättersee, weil der Zugersee zu trüb ist. (Bild: Roger Grütter (Brunnen, 22. Juli 2017))

Tauchlehrer Peter Liechti (Mitte) unterrichtet Schüler im Vierwaldstättersee, weil der Zugersee zu trüb ist. (Bild: Roger Grütter (Brunnen, 22. Juli 2017))

Trüb, voller Algen und nur ab und zu mal ein Fisch, der vorbeischwimmt: Den besten Ruf hat der Zugersee wahrlich nicht. Trotzdem trifft man entlang des Ufers viele Taucher an, ausgestattet mit Schnorchel, Taucherbrille und Taucherflasche. Doch farbige Riffs, schöne Korallen und aussergewöhnliche Seebewohner sucht man im heimischen Gewässer vergebens, oder? Hansjürg Caprez, Mitinhaber des Tauch-Treffs in Steinhausen, lacht und sagt: «Natürlich macht es einen Unterschied, ob man im See oder im Meer taucht.» Er vergleiche das gerne mit der Fotografie. Dabei sei das Meer ein Farbfoto, der See hingegen ein Bild in Schwarz-Weiss. «Das Meer ist farbiger, es gibt eine riesige Fauna und Flora. Im See hingegen ist alles grünlich, gelblich oder bräunlich. Das Bild ist aber vielschichtiger, man muss genauer hinschauen.» Wenn er sich entscheiden müsste, könnte er eher auf das Tauchen im Meer statt im See verzichten, meint er. Momentan allerdings ist die Sicht aufgrund der Algen nicht gut. Deshalb werden die Tauchschüler im Vierwaldstättersee unterrichtet.

Vor 40 Jahren hat Caprez selber mit dem Sport angefangen. «Faszination total» sei das für ihn. Er erreiche dabei eine vollkommene Entspannung. «Tauchen hat etwas Meditatives», sagt Caprez. In diesen Zustand komme man aber erst mit Routine. «Es ist wie beim Autofahren, wo man sich auf das Gaspedal, die Gangschaltung und das Bremsen konzentrieren muss.» Als Tauchschüler habe man viel mit sich selber zu tun. «Mit der Zeit kann man die Natur unter Wasser geniessen.» Der Ostschweizer träumte schon immer vom Tauchen. «Die Filme des berühmten Meeresforschers Jacques-Yves Cousteau haben mich gefesselt.» In der Zentralschweiz, wo er eine Krankenpfleger-Ausbildung machte, hat er tauchen gelernt.

Der Taucher als Schatzsucher

Mit dem Tauch-Treff, den er vor 30 Jahren gemeinsam mit einer Arbeitskollegin in Steinhausen gegründet hat, wurde das Hobby immer mehr zum Beruf. Einiges hat er seither erlebt. «Einmal dachte ich, ich hätte einen Schatz gefunden.» Bei der Erinnerung an dieses Abenteuer muss der 60-Jährige lachen. Mit Hilfe von Hebeballonen wollten er und seine Begleiter die Kiste ans Ufer bringen. Diese fiel stattdessen aber auseinander. Was zum Vorschein kam, war ernüchternd: eine Fischbrutkiste. Der Tauch-Treff werde aber oft angefragt, nach verlorenen Sachen zu suchen. «Dabei haben wir schon Eheringe, wertvolle Schmuck­stücke oder auch Zahnprothesen ­gefunden.» Diese Erfahrungen werden mit anderen lokalen Tauchern geteilt. Die Zuger Tauchszene sei aktiv, sagt Caprez. Man treffe sich häufig und tausche sich aus, und die Tauch-Clubs organisieren regelmässig Anlässe. «Die Zuger Seen bieten wunderschöne Tauchplätze», schwärmt der Experte. Im Ägerital steige man am besten bei der Kapelle in der Nähe des Restaurants Eierhals ein. «Baumstämme, die senkrecht im lehmigen Boden stecken, bieten einen aussergewöhnlichen Anblick.» In Zug liegen die geeigneten Plätze vor allem entlang der Walchwiler Seite. «Vor der ehemaligen Sägerei beim Lothenbach liegen die Baumstämme übereinander wie Mikado-Stäbe.» Dort versteckten sich viele Fische. Auch gegenüber beim «Baumgärtli» sei es sehr schön. «Das Gelände dort ist ideal für die Ausbildung.» Der Zugersee biete viele steilabfallende Felswände, zum Teil auch überhängend. «Je nach Sonneneinstrahlung gibt es eine fantastische Sicht. Kommt dann noch ein grosser Hecht vorbei, ist die Situation perfekt.» Diesen einen Fisch geniesse man dann umso mehr als die vielen, die im Meer auf einen zukämen, sagt Caprez.

Carmen Rogenmoser

carmen.rogenmoser@zugerzeitung.ch

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