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THAILAND: Mutmasslicher Pädophiler legt Geständnis ab

Überraschende Wende beim Missbrauchsprozess im thailändischen Chiang Mai: Der 55-jährige Zuger Banker hat vor Gericht ein Geständnis abgelegt – wohl um die Haftstrafe zu verkürzen.
Filmstill aus dem Polizeivideo, das die Verhaftung des 55-Jährigen (rechts mit vorgehaltener Hand) dokumentiert. Ebenfalls auf dem Bild zu sehen sind die beiden Knaben, die sich mit ihm im selben Raum befanden. (Bild SF)

Filmstill aus dem Polizeivideo, das die Verhaftung des 55-Jährigen (rechts mit vorgehaltener Hand) dokumentiert. Ebenfalls auf dem Bild zu sehen sind die beiden Knaben, die sich mit ihm im selben Raum befanden. (Bild SF)

«Dieser Fall könnte für uns ein Wendepunkt sein im Kampf gegen den Missbrauch von Minderjährigen», gab der thailändische Polizei-Major Apichart Hastasin im am (heutigen) Mittwochabend ausgestrahlten «Rundschau»-Beitrag über den Fall des in Thailand verhafteten Zugers zu Protokoll. Der 55-Jährige war im vergangenen November am helllichten Tag in einem Hotelzimmer mit zwei Knaben von der Polizei in flagranti erwischt worden, wie das im Beitrag eingebettete Polizeivideo zeigt.

Halbierung der Haftstrafe möglich
Hastasin ist vom Anfang Februar abgelegten Geständnis des Angeklagten überrascht: «Dieser Fall zeigt, dass wir aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben und solide Beweise gegen ihn vorgebracht haben.» Mit dem Geständnis steige die Chance, dass die Strafe milder ausfalle als die 20 Jahre Haft, die maximal im thailändischen Strafrecht vorgegeben sind, wie es im Beitrag weiter heisst. Es sei gemeinhin üblich, dass bei einem Geständnis das Strafmass, das sich auch nach dem Alter der Opfer richte, halbiert werde. Das Urteil wird im März erwartet.

Zur Tatzeit 14 Jahre alt
Wacharapom Thipsukum, der Verteidiger des Zugers, der gegenüber einer Reporterin im Beitrag «keinen Kommentar» zu seinen Taten geben will, gibt an, dass sein Klient davon ausgegangen sei, dass sein Sexualpartner 18 Jahre alt war. Dies dementiert das betroffene Missbrauchsopfer vor der Kamera, das angibt, dem Zuger seinen Ausweis gezeigt und ihm gesagt zu haben, dass er 15 Jahre alt sei. In Wirklichkeit war der Teenager zur Tatzeit 14 Jahre alt. Gemäss den Recherchen der «Rundschau» stammt dieser aus der Provinz Chiang Rai im Norden Thailands. Seine Familie gehört einer diskriminierten ethnischen Minderheit an. «Es ging mir gut bei ihm», sagt der Junge. Er habe von dem geständigen Pädophilen, der nach der Verhaftung gegen eine Kaution von 6500 Franken und die Abgabe seines Passes unter Auflagen wieder auf freien Fuss gesetzt worden war, ein Motorrad und weitere Geschenke erhalten.

scd

Der «Rundschau»-Beitrag vom 17. Februar 2010:

HINWEIS
Die «Rundschau» wird am (morgigen) Donnerstag um 8.55, 10.05, 11.00 und 11.50 Uhr und zudem am 21. Februar um 9.45 und 12.15 Uhr auf «SF Info» wiederholt.

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