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Theater aus dem Nichts

Die Gruppe Hotel 99 hat die letzte Improshow vor der Sommerpause in der Industrie 45 gespielt. Es starben dabei zwar ein Pferd und ein Gutsbesitzer, aber das war ganz nach dem Geschmack des Publikums.
Lionel Hausheer
Die Zuger und die Bündner Gruppe beim Improvisieren. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 6. Juni 2018))

Die Zuger und die Bündner Gruppe beim Improvisieren. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 6. Juni 2018))

Mit zwei Sätzen sprang der Moderator auf die Bühne der Industrie 45 in Zug, drehte sich um und blinzelte ins Publikum. «Seid ihr schon aufgewärmt?», fragte er in den Raum. Dies hatte seinen Grund: Denn bei Improtheater müssen sich nicht nur die Schauspieler, sondern auch die Besucher aufwärmen. Schliesslich sollen gute Inputs aus dem Saal auf die Bühne flattern: Es geht bei dieser Form darum, aufgrund von Vorgaben des Moderators und des Publikums Theater aus dem Nichts zu spielen. Dabei kann das eine längere Szene mit ungewissem Ausgang sein. Oder ein Wettbewerb, bei dem einzelne Aufgaben von den Schauspielern gelöst werden müssen. Letzteres nennt sich Theatersport. Zwei Gruppen treten gegeneinander an – wer mehr Applaus einheimst, gewinnt.

Wie schafft man das zu spielen? Helena von der Gast-Impro-Gruppe Lamuns aus Graubünden sagt: «Mut zum Scheitern ist wichtig!» Lamuns war am Mittwoch zu Gast bei der Zuger Truppe Hotel 99 und deren letzter Show vor der Sommerpause. In der ersten Hälfte gab es eine Szene, anschliessend folgte Theatersport. Eine typische Übung im Theatersport ist das sogenannte ABC-Spiel. Dabei müssen zwei Schauspieler einen Dialog improvisieren, welcher der Reihe nach das Alphabet abarbeitet. Als Beispiel dazu ein ABC-Monolog über den Rest des Impro-Abends.

Durcheinander im Süden

Am Anfang bestimmte das Publikum eine spanische Finca in Italien als Handlungsort – zwar mit Romantik aber ohne das Wichtigste: Cioccolata auf den Kopfkissen der Gäste. Deshalb musste Maria schnell ins Dorf, Ersatz holen gehen. Für die Andern ging der Stress aber erst los: Gäste kamen an, ein Dottore hechelte der Frau eines deutschen Touristen hinterher, während der Letztgenannte nur sein Bier trinken wollte. Keiner konnte zu diesem Zeitpunkt ahnen, dass am Ende die Finca verkauft und das einzige Pferd sowie der Finca-Besitzer tot sein werden.

Ohne Langweile verlief auch der Theatersportteil. Es gab sozusagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Zuger Schauspielern und der Bündner Truppe. Unglaublich knapp, mit nur einem Punkt Vorsprung, gewann Hotel 99 das Wettimprovisieren. Es war ein grosser Spass: Theatersport ist Yoga für das Zwerchfell der Zuschauer. Der Schauspieler Nic von der Gastgruppe Lamuns überdachte nach diesem Abend sogar sein Klischee von Zug: «Ich habe hier heute eine wachsende und lebendige Kultur erlebt.»

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