Theater Unterägeri: Mehr als ein Ganovenstück

Das diesjährige Theaterstück in Unterägeri entführt den Zuschauer in ein turbulentes Geschehen.

Hansruedi Hürlimann
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Der Gangster Charlie Binz (gespielt von Werni Müller, links) und der Kleingangster Harry Blickenstorfer (Joel Salvisberg) im vertraulichen Gespräch. Im Hintergrund trinken Richterin Carol (Cindy Bucher, links) und ihre Mutter (Monika Heinrich) Tee.

Der Gangster Charlie Binz (gespielt von Werni Müller, links) und der Kleingangster Harry Blickenstorfer (Joel Salvisberg) im vertraulichen Gespräch. Im Hintergrund trinken Richterin Carol (Cindy Bucher, links) und ihre Mutter (Monika Heinrich) Tee.

Bild: Stefan Kaiser
(Unterägeri, 18. Februar 2020)

Der Titel des als Farce bezeichneten Stücks «Grobe Unfueg» schürt eine gewisse Neugier, gilt diese Wortkombination im Alltag doch nicht als besonders schicklich. Den Rahmen der Handlung bildet eine Hotellobby, wo zehn unterschiedliche Gäste aufeinandertreffen, darunter zwei Gangster, ein Kleingangster und eine Gangsterbraut. Diese Ganoven stehen denn auch im Zentrum des Geschehens. Sie sind auf der Suche nach geraubtem Geld, das angeblich in diesem Hotel versteckt sein soll. Was anfänglich wie ein handfester Krimi aussieht, entwickelt sich zu einer Satire über die Gesellschaft mit Intrigen, amourösen Verwicklungen und nachbarschaftlichen Zwistigkeiten. Aufgelockert werden die scheinbar ernsten Konflikte mit Wortwitz und Pointen, die das Publikum wiederholt zum Lachen bringen. Der Ausgang des Geschehens ist überraschend, sei an dieser Stelle jedoch nicht verraten.

Die Darsteller überzeugten an der Premiere vom Aschermittwoch mit einer überzeugenden Gesamtleistung, die ohne Hänger auskam. Mit einer Ausnahme: Nach einer Pointe schwappte das heftige Lachen des Publikums auf die Darsteller über, die für einen Moment lachend aus ihrer Rolle fielen. Das eigens für diese Produktion gestaltete Bühnenbild hielt dem mitunter heftigen Körpereinsatz der Darsteller stand. Dies nicht zuletzt dank der Erfahrung der beiden Bühnenbauer Pius Niederberger und Sepp Ineichen. Die Zuschauer bedankten sich am Schluss der Vorführung mit einem anhaltenden Applaus, den die Darsteller ihrerseits zurückgaben.

Regisseurin aus den eigenen Reihen

Bernadette Santschi ist nicht nur Präsidentin von Theater Unterägeri, sie hat als Nachfolgerin von Thomas Salvisberg, der mit einer tragenden Rolle zurück auf die Bühne wollte, die Regie übernommen. «Es ist ein spannender Seitenwechsel», sagte sie als spielerfahrenes Mitglied zu ihrer neuen Aufgabe. Sie habe sich in zwei Regiekursen darauf vorbereitet und vom Austausch mit anderen Kursteilnehmern profitieren können, so Bernadette Santschi weiter. Die Stückwahl und das Konzept der Dialektfassung traf und erarbeitete sie zusammen mit dem Vorstand. Bei ihrer Begrüssung bedankte sie sich denn auch bei der ganzen Belegschaft vor und hinter der Bühne für die gute Zusammenarbeit.

Die eigentliche Probenarbeit begann im September und mündete in zwei verlängerte Weekends. Dabei konnte das Ensemble bereits auf der Bühne im Ägerisaal proben. Davor stand ihm der ehemalige Theatersaal hinter der Gemeindeverwaltung zur Verfügung. Was die Besetzung der einzelnen Rollen angeht, konnte sich die Spielleiterin auf einen harten Kern von zum Teil erfahrenen Darstellerinnen und Darstellern stützen. Als etwas harziger bezeichnet sie die Rekrutierung des Nachwuchses, vor allem der jüngeren Männer. Bis am 7. März stehen sieben weitere Aufführung an. An drei Abenden findet nach der Vorstellung jeweils musikalische Unterhaltung mit verschiedenen Formationen statt.

Die weiteren Aufführungen (alle in der Ägerihalle): 28. und 29. Februar um 20 Uhr; 1. März um 17 Uhr; 3., 4., 6., und 7. März jeweils um 20 Uhr.