Das Theater Unterägeri strapaziert die Lachmuskeln

Mit dem Theaterstück «Änte zum Aapfiff» erwartet die Gäste ein heiterer Abend. An der rundum geglückten Premiere im Ägerisaal gab es viel Applaus.

Christian Tschümperlin
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Monika Heinrich als Juliane Weiler, Sonja Breitler als Bankräuberin und Corinne Lijak als Dienstmädchen (von links) sorgen in der Komödie «Änte zum Aapfiff» für zahlreiche Lacher beim Publikum. (Bild: Stefan Kaiser (Unterägeri, 13. Februar 2019))

Monika Heinrich als Juliane Weiler, Sonja Breitler als Bankräuberin und Corinne Lijak als Dienstmädchen (von links) sorgen in der Komödie «Änte zum Aapfiff» für zahlreiche Lacher beim Publikum. (Bild: Stefan Kaiser (Unterägeri, 13. Februar 2019))

Dem Familienglück der Weilers scheint eigentlich nichts mehr im Wege zu stehen: Mutter Juliane platzt fast vor Stolz. Denn ihr Sohn Sebastian soll in die Liga des Profifussballs aufsteigen und einen entsprechenden Vertrag unterzeichnen. Für schiefe Töne sorgen höchstens Butler Franz, der sich über die Fussball-Kenntnisse von Juliane lustig macht, oder ein durch das Dienstmädchen verwaschenes Trikot. Als aber zwei von der Polizei gejagte Bankräuber auf dem Grundstück der Weilers auftauchen, kommt es zu einer Reihe fabelhafter Verwechslungen und die Spannung nimmt zu.

Mit «Änte zum Aapfiff» inszeniert das Theater Unterägeri eine Komödie in zwei Akten. Bei der Premiere am Mittwochabend kam im rappelvollen Ägerisaal heitere Stimmung auf. Urkomische Situationen führen immer wieder zu Lachern, etwa wenn der Butler (gespielt von Thomas Salvisberg aus Unterägeri) «die gnädige Frau» (Monika Heinrich aus Unterägeri) darauf hinweist, dass es zu lange dauern würde, ihr die Fussball-Ligen zu erklären. «Wend Sie sägä ich bin zdämlich?», sagt diese. «Ich bewundere immer wider iri raschi ufassigsgab!», gibt der Butler zurück.

Mit viel Schwung durch den Abend

Mit viel Herzblut, Humor und Ausdrucksstärke führen die zehn Schauspieler durch rund 120 Minuten Unterhaltung vom Feinsten. Pointierte Textpassagen und pfiffiger Wortwitz sorgen für viel Schwung auf der Bühne.

Die Bühnenmannschaft hat mit viel Einsatz zudem ein tolles Bühnenbild gezaubert. Es zeigt die Wohnstube der Familie Weiler, in der das ganze Stück spielt: Pokale zieren die Stube, eine Roll-Bar für Spirituosen und altmodische Lampen geben der sichtbar teuren Einrichtung ihren Charme.

Junge Talente erobern das Theater

Für die Regie zeichnet sich Thomas Salvisberg aus Unterägeri verantwortlich, der nach dem letztjährigen Stück «Irgendwo im Nirgendwo» bereits zum zweiten Mal als Regisseur für das Theater Unterägeri amtet. «Das Stück zeigt, was im Alltag einer ganz normalen, stinkreichen Familie passieren kann», sagt er. Das Besondere an diesem Stück sei eine gewisse Geschwindigkeit. «Ich wollte nicht flachen Stammtischwitz machen, sondern eine eigentliche Handlung und überraschende Elemente auf die Bühne bringen», so Beat Salvisberg.

Unter Nachwuchsproblemen leidet das Theater Unterägeri nicht. Vier von zehn Schauspielern sind unter 20. Einer von ihnen ist Ivan Müller aus Unterägeri, der einen tollpatschigen Bankräuber spielt. «Mir gefällt an meiner Rolle, dass ich mich voll ausleben kann, ich kann einen auf dämlich machen», sagt er. Tatsächlich blühte er auf der Bühne auf. Zur Schauspielerei kam er durch seinen Vater und möchte es inzwischen nicht mehr missen. «Es macht Spass immer wieder in eine neue Rolle schlüpfen zu können.» Das Stück empfiehlt er allen, die ihre Lachmuskeln trainieren möchten.

Beim Publikum ist das Stück gut angekommen, was es nach dem Auftritt auch mit tobendem Applaus bekundete. «Es hat mir sehr gut gefallen, es war interessant und es wird einem nie langweilig», sagt Samuel Pajaziti aus Unterägeri, der zum ersten Mal seit 15 Jahren wieder einmal im Theater war.

Weitere Aufführungen von «Änte zum Aapfiff» im Ägerisaal Unterägeri: Freitag, 15. Februar, 20 Uhr; Samstag, 16. Februar, 20 Uhr; Sonntag, 17. Februar, 17 Uhr; Dienstag, 19. Februar, 20 Uhr; Mittwoch, 20. Februar, 20 Uhr; Freitag, 22. Februar, 20 Uhr; Samstag, 23. Februar, 20 Uhr, Dernière.