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TIEFBAU: Zug erhält Stadttunnel im Kleinformat

Die eigentlichen Bauarbeiten für die Stadtentwässerung nach neustem Standard beim Aabach-Kreisel haben Anfang dieser Woche begonnen. Es ist erstaunlich, was dort abgeht und wie wenige Bauarbeiter auf dem Platz zu sehen sind.
Marco Morosoli
Derzeit werden beim Aabach-Kreisel 52 Pfähle eingedreht. Sie bilden die Wand für den Tunnelbohrschacht. (Bild: Maria Schmid (Zug, 30. März 2017))

Derzeit werden beim Aabach-Kreisel 52 Pfähle eingedreht. Sie bilden die Wand für den Tunnelbohrschacht. (Bild: Maria Schmid (Zug, 30. März 2017))

Marco Morosoli

marco.morosoli@zugerzeitung.ch

In den Gebäuden des kantonalen Verwaltungszentrums zu arbeiten, ist derzeit kein Vergnügen – und das nicht wegen der sich jagenden Sparprogramme. Vielmehr ist die Ursache des Ärgers lärmtechnischer Natur und liegt direkt vor dem Bürofenster der Kantonsangestellten.

In den vergangenen zwei Monaten ist zunächst der vielbefahrene Kreisel vor dem Verwaltungszentrum verschoben worden, um Platz für den Installationsplatz zu schaffen. Dieser ist notwendig, um das ehrgeizige Projekt der Stadtentwässerung Nord (Ausgabe vom 6. Januar) vorantreiben zu können. Es ist dabei das Microtunneling-Verfahren ausgewählt worden. Dabei wird tief im Boden ein Tunnel vorangetrieben, in dem später die Leitungen gelegt werden. Es ist eine effektive Alternative zum klassischen Rohrleitungsbau mit Gräben. Der Bauchef der Stadt Zug, André Wicki, spricht von einem «Meilenstein» und sagt stolz: «Das derzeit grösste Projekt der Schweiz im Bereich Microtunneling kann beginnen, ab heute geht es in die Tiefe.»

Es braucht grosse Vorbereitungsarbeiten

Bis aber mit dem Graben des eigentlichen Tunnels begonnen werden kann, müssen an sechs verschiedenen Punkten im Norden der Stadt Zug Schächte erstellt werden, in denen die Tunnelbohrmaschine ihre Arbeit beginnen respektive beenden kann. Anfang Woche hat nun der Bau des Schachtes beim Aabach-Kreisel begonnen und damit hat auch der Lärm auf dem Bauplatz nochmals zugenommen. Es werden nämlich derzeit 52 Löcher mit einem Durchmesser von 1,2 Metern bis 26 Meter in den Boden gedreht. Das Mass entspricht ungefähr der Höhe der umliegenden Gebäude. Diese Löcher werden nach einem ausgeklügelten System armiert und hernach mit Beton verfüllt, sodass am Ende ein wasserdichter 14 mal 14 Meter grosser Schacht entsteht. «Wir schaffen derzeit einen Pfahl pro Tag, später vielleicht eineinhalb», sagt Roger von Ah. Er ist Technischer Leiter der Arbeitsgemeinschaft Seapipe 2.0, die mit dem Projekt beauftragt ist. Dabei sei, so betont von Ah, eines wichtig: «Qualität und Genauigkeit kommen vor dem Tempo.» Nur eine kleine Abweichung kann zu Verzögerungen im Betriebsablauf führen, das gelte es mit allen Mitteln zu verhindern. Was erstaunt: Auf dem Bauplatz sind derzeit nur gerade fünf Bauarbeiter am Werk. Ab und an fahren Lastwagen heran, um den Aushub abzutransportieren. Läuft alles nach Plan, so ist an der gestrigen Pressekonferenz von den Verantwortlichen zu hören, kann in der ersten Juliwoche die Bohrmaschine in einer Tiefe von 10 Metern eingesetzt werden. Dabei handelt es sich um ein rund 65 Tonnen schweres Gerät. Wird der Nachläufer, den es für den Vortrieb braucht, noch dazugerechnet, erhöht sich das Gewicht der Anlage auf rund 100 Tonnen. Das sind rund 20 Tonnen mehr, als eine häufig im Einsatz stehende SBB-Lokomotive wiegt.

Zuerst wird dann im Sommer in Richtung See gebohrt. Dabei wird die Bohrmaschine von ausserhalb der Schächte gesteuert. In regelmässigen Abständen wird der Bohrkopf, der rund 10 Millionen Franken kostet und aus Deutschland stammt, kontrolliert. Ein weiterer Vorteil der Methode Microtunneling: Es wird an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr gebohrt. Der Aushub wird verflüssigt und laufend zum Startschacht zurückgepumpt. Im gleichen Arbeitsprozess werden auch die Röhren eingebracht, durch die dann inskünftig das gesammelte Regenwasser in Richtung See geleitet wird.

Im Herbst 2018 soll alles erledigt sein

Insgesamt werden Tunnel in der Länge von 1,8 Kilometer erstellt. Alles in allem wird dieses Projekt rund 19,5 Millionen Franken verschlingen. Die Fertigstellung ist für den Herbst 2018 vorgesehen. Der Lärm wird aber die kantonalen Angestellten nicht so lange plagen, denn der Stadtingenieur Jascha Hager verspricht: «Von den eigentlichen Tunnelbauarbeiten bekommt die Stadt relativ wenig mit.» Sein Wort in Gottes Ohr.

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