TIERRETTUNG: Wanderer retten erschöpfte Rehkitze

Bei einem Spaziergang trafen Wandernde am Sonntag vor einer Woche auf zwei scheinbar verwaiste Rehkitze. Mit der Unterstützung des kantonalen Wildhüters Ernst Suter haben die Jungen wieder zu ihrer Mutter gefunden.

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Die beiden Rehkitze. (Bild pd)

Die beiden Rehkitze. (Bild pd)

Zwei erschöpfte Rehkitze versuchten vergeblich eine Böschung am Wanderweg zu erklimmen. Wandernde haben die etwa zwei Tage alten Kitze entdeckt und die Polizei angerufen. Die Einsatzleitzentrale bietet in solchen Fällen den Wildhüter der Direktion des Innern auf. Bis dieser vor Ort ist, blieben die Wandernden bei den Jungtieren, damit sie andere Spazierende aufmerksam machen und allfällig freilaufende Hunde von den beiden Rehkitzen fernhalten könnten.

Gefundene Tier nicht berühren
Das Verhalten der Wanderer ist perfekt, wie die Direktion des Inneren mitteilt: Für den Schutz der Tiere sorgen, kompetente Hilfe aus der Jägerschaft oder von der Wildhut anfordern und die Tiere selbst nicht anfassen. Suter ahmte den Fiepruf der Kitze mit einem Lockinstrument nach. Oberhalb der Böschung zeigte sich darauf nervös die Rehgeiss. Die anscheinend Verwaisten hatten es anscheinend nicht geschafft, das steile Bord zu erklimmen und waren mit jedem Fehlversuch mehr geschwächt worden. In einem Büschel Gras trug Suter jedes Kitz schliesslich die Böschung zur Muttergeiss hinaus.

Zwischen Mai und Juni bringen die Rehe ihre Jungen zur Welt. Die Rehkitze sind in den ersten Lebensmonaten vielen Gefahren ausgesetzt. Vor Fuchs und Greifvogel verharren Rehkitze in den ersten Lebenstagen regungslos und ducken sich ins tiefe Gras der Mähwiesen. Sie geben dabei praktisch keinen Eigengeruch ab, damit sie unentdeckt bleiben. Diese Strategie des reglosen Versteckens macht es für Bauern schwer – aber nicht unmöglich – Rehkitze beim Mähen zu erkennen.

Mit Infrarot Rehkitze aufspüren
Manuela Weichelt-Picard: «Die Regierung hat dem kantonalen Patentjägerverein die Anschaffung von zwei Wildretter-Gerätschaften ermöglicht. Diese Geräte werden bei der Rehkitz-Rettung eingesetzt. Diese Kitzretter oder Wildretter genannten Geräte erfassen mittels Sensoren die Infrarotstrahlung. Die abgegebene Körpertemperatur unterscheidet sich von der am Morgen und Vormittag noch kühleren Umgebungstemperatur. Damit können die Jungtiere besser gefunden und in Sicherheit gebracht werden.»

Wer ein Kitz findet, soll es nicht berühren. Kaum ein Kitz ist tatsächlich verwaist. Viel wahrscheinlicher ist, dass sich die Rehgeiss erst dann wieder zu ihrem Nachwuchs begibt, wenn keine Menschen mehr in der unmittelbaren Nähe sind. Fordern Sie deshalb kompetente Hilfe an. Bauern sollten sich am Vortag, also am Tag vor dem Mähen beim Amt für Fischerei und Jagd oder bei lokalen Jägerinnen und Jägern melden. Pikettdienst Amt für Fischerei und Jagd via Einsatzleitzentrale Zuger Polizei Tel. 041 728 41 41.

scd