TÖTUNGSFALL: Die Untersuchung wird ausgeweitet

Ein Jahr nach dem Baarer Drama um den Tötungsfall Erwin Keiser sind noch immer Fragen offen – sogar jene, wer genau sich vor Gericht zu verantworten hat.

Drucken
Teilen
«Der Fall ist wieder bei mir.» - Untersuchungsrichterin Martina Weber. (Bild Christof Borner-Keller/NeueZZ)

«Der Fall ist wieder bei mir.» - Untersuchungsrichterin Martina Weber. (Bild Christof Borner-Keller/NeueZZ)

Am Kreuzplatz erlitt am 14. April 2007 der Baarer Carrosseriespengler Erwin Keiser (42) bei einem Sturz auf das Trottoir schwerste Kopfverletzungen. An den Folgen verstarb er zehn Tage später – nachdem er aus dem Koma nicht mehr erwacht war. Das Tötungsdelikt sorgte über Baar und Zug hinaus für grosses Aufsehen und beschäftigte in der Folge sogar den Kantonsrat.

Nur einen Mann belangen
«Ja, der Fall ist wieder bei mir», bestätigte am Freitag Staatsanwältin Martina Weber. Die damalige Untersuchungsrichterin hatte das Tötungsdelikt an Erwin Keiser im letzten Oktober abgeschlossen und den Fall zur Anklageerhebung an die Staatsanwaltschaft überwiesen. Sie hatte bereits Ende April vor den Medien ausgeführt, dass es nach ihrer Auffassung keine vorsätzliche Tötung, sondern fahrlässige Tötung war. Ausserdem wollte sie aufgrund des gerichtsmedizinischen Gutachtens nur einen der involvierten Mazedonier anklagen lassen. Das Strafverfahren gegen den anderen Mann sei einzustellen.

Drei Einsprachen
Gegen diese Überweisung gab es drei Einsprachen an
die Justizkommission des Obergerichts: Die Staatsanwaltschaft wehrte sich wie der Anwalt der Eltern von Erwin Keiser gegen die Einstellungsverfügung für den zweiten Mazedonier. Und dessen Anwalt war nicht einverstanden, dass dem Nichtangeklagten trotzdem die Hälfte der Untersuchungskosten überbunden wurden. Zumal diese wegen des Gerichtsmedizinischen Gutachtens recht hoch sind.

Jürg J. Aregger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Zuger Zeitung.