TOURISMUS: Weniger Gäste übernachten im Kanton Zug

Die Zahl der Logiernächte ist im vergangenen Jahr um rund 11 Prozent gegenüber 2015 zurückgegangen. In der Tourismusbranche ist man deswegen allerdings nicht besorgt.

Samantha Taylor
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Zwei Touristinnen zu Besuch in Zug. (Bild: Archiv ZZ)

Zwei Touristinnen zu Besuch in Zug. (Bild: Archiv ZZ)

Samantha Taylor

samantha.taylor@zugerzeitung.ch

Der Kanton Zug verzeichnete im letzten Jahr insgesamt 290 642 Logiernächte. Das teilt Zug Tourismus mit. Damit ist die Zahl der Übernachtungen im letzten Jahr um 11,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Die deutlichste Abnahme gab es im Juni. Während im Juni 2015 noch 35 377 Personen im Kanton übernachteten, waren es im vergangenen Jahr nur noch 29 613 Personen. Das entspricht einem Minus von 16,3 Prozent. Im August und im Dezember gab es 2016 einen Rückgang von jeweils 14,1 Prozent. Am meisten Personen verweilten im Juli in Zug (30 076 Logiernächte). Am wenigsten Übernachtungen gab es mit 17828 im Dezember (siehe Tabelle).

Wie Zug Tourismus in der Mitteilung weiter schreibt, betreffe der Rückgang bei den Logiernächten beinahe alle Gemeinden. Einzig Menzingen, Risch und Neuheim könnten auf ein erfolgreiches Jahr 2016 zurückblicken.

Chinesische Touristen fehlen

Für den Rückgang der Logiernächte gibt es laut Seraina Koller, Geschäftsführerin von Zug Tourismus, drei Gründe: Zum einen hätte der Kanton 2015 von diversen Grossveranstaltungen wie der Streethockey-Weltmeisterschaft oder der U-18-Eishockey-Weltmeisterschaft profitiert. Zum Andern sei im letzten Jahr das Hotel Aesch in Walchwil geschlossen worden, und das Hotel Ländli in Oberägeri habe wegen eines Umbaus während einiger Zeit nicht alle Zimmer vermietetet, führt Koller weiter aus. Und schliesslich habe sich 2016 die Gästestruktur verändert. «Die Touristen aus China haben in den Jahren zuvor einen Zuwachs generiert. Letztes Jahr mussten wir in Zug, wie übrigens in der ganzen Schweiz, in diesem Bereich einen starken Rückgang feststellen», so Koller. So weist der Kanton Zug ein Minus von 57 Prozent bei den Übernachtungen von chinesischen Gästen aus. Das entspricht einem Minus von 15 822 Logiernächten. Damit machen die Chinesen rund 40 Prozent des gesamten Rückgangs aus. Mögliche Gründe für das Ausbleiben der Chinesen seien die sich abkühlende chinesische Wirtschaft, neue Passvorschriften für Visumerteilungen und die Angst vor Terroranschlägen.

Auch in anderen Bereichen hat sich laut Zug Tourismus die Gästestruktur verändert. Die Übernachtungen durch Schweizer haben 2016 weiter abgenommen: um 10 Prozent (–14 083 Logiernächte). Dennoch bleiben Gäste aus dem Inland mit 42,6 Prozent die bedeutendste Gästegruppe. Eine Steigerung der Nachfrage hingegen zeigte sich bei Gästen aus den USA, Österreich und Russland.

Grossbritannien im Fokus

Trotz des Rückgangs sei die Situation nicht Besorgnis erregend, wie Koller sagt: «Wie ich von diversen Hoteliers erfahren habe, blieben zwar die chinesischen Reisegruppen aus. Allerdings ist die Zahl der Kernkunden, der Geschäftskunden, relativ stabil geblieben.» Zug Tourismus richtet den Fokus künftig auf neue Märkte. Bis 2016 sei nur der deutschsprachige Raum aktiv bearbeitet worden. Künftig sollen neben der Schweiz und Deutschland auch Fernmärkte bearbeitet werden. «Wir arbeiten an einer Marktanalyse. Im Blick haben wir den englischen Sprachraum in Europa, also Grossbritannien», sagt Koller. Zudem berücksichtige man die neue Segmentierung von Schweiz Tourismus bei den Zielgruppen und konzentriere sich auf den Freizeittourismus mit Wochenendangeboten.

Bild: LZ

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