Transparenz ist gefragt

Die redaktionelle Mitarbeiterin Vanessa Varisco über den Bau neuer 5G Antennen im Kanton Zug. 

Vanessa Varisco
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Vanessa Varisco, Mitarbeiterin der Zuger Zeitung

Vanessa Varisco, Mitarbeiterin der Zuger Zeitung 

Sie kommen, die 5G Antennen im Kanton Zug. Das haben die Anbieter Salt, Swisscom und Sunrise erst kürzlich auf Anfrage bestätigt. Einerseits sollen bestehende Masten aufgerüstet, andererseits neue Antennen gebaut werden. Wo genau das geschehen wird, darüber halten sich die Telefonkommunikationsgesellschaften nach wie vor bedeckt. Man wolle erst Mitte Jahr kommunizieren oder wenn die Einführung konkret werde. Für eine gute Abdeckung in der ganzen Schweiz müssten die Anbieter 15 000 Antennen bauen, da vielerorts die Höchstwerte für nicht ionisierende Strahlung bereits erreicht sind. Und nun die Gretchenfrage: Wohin damit?

Denn die Wogen gehen hoch rund um dieses Thema. In anderen Städten formierte sich bereits vehementer Widerstand gegen die Einführung dieser 5G-Technologie und den Neubau von Antennen. Die Strahlung könne gesundheitliche Folgen haben, ein Risiko darstellen, wie oftmals argumentiert wird und auch in Leserbriefen immer wieder zu lesen ist. Wenn das so ist, wer will dann in unmittelbarer Nähe eine solche Antenne? Oder gar auf dem eigenen Dach?

Als Konsument muss man abwägen und entscheiden, ob man das superschnelle Internet wirklich will. Will man es, dann muss man sich auch dazu bereit erklären, den Antennen ihren Platz im Kanton einzuräumen. Entscheidet man sich gegen die neue Technologie, dann ist es wohl angebracht, sich dagegen zu wehren. Aber den «Fünfer und s’Weggli» wollen, also das superschnelle Internet fordern und sich gegen die Antennen wehren, das macht herzlich wenig Sinn.

Auf der anderen Seite: Wenn die Telefongesellschaften die Technologie einführen wollen, dann gilt es, offen und transparent zu kommunizieren. Und vor allem frühzeitig. Aussagen darüber, wo die Antennen geplant sind und wie viele, gehören nicht unter dem Deckel gehalten. Denn schliesslich betreffen die Konsumenten. Und wie die Geschichte gezeigt hat: Wer frühzeitig aufklärt und nicht häppchenweise Informationen serviert, hat die besseren Karten und stösst viel eher auf Wohlwollen. Vermutlich auch dann nicht bei jedermann. Aber immerhin eher, als wenn spät kommuniziert und der Konsument vor vollendete Tatsachen gestellt wird.

Es bleibt auf jeden Fall spannend. Veränderungen stossen ja bekanntlich erst einmal auf Widerstand – wie gross wird er wohl im Kanton Zug sein?