TREIBSTOFF: Darum ist in Zug das Benzin so teuer

Billiger Sprit ist der Hit: Rundum lockt so mancher Dumpinganbieter. Nicht so in Zug.

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Hier tankt man am günstigsten im ganzen Kanton: bei der Tankstelle Baldelli in Neuheim. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Hier tankt man am günstigsten im ganzen Kanton: bei der Tankstelle Baldelli in Neuheim. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Vielen Autofahrer im Kanton Zug ist die Coop-Tankstelle in Oberarth ein Begriff. Kein Wunder. Denn an diesen Schwyzer Zapfsäulen fliesst der Sprit deutlich günstiger als im benachbarten Zug. 1,82 Franken kostete dort am Mittwoch ein Liter Benzin Bleifrei, Super 1,86 und Diesel 2,14 Franken. «Und wer bei uns mit Coop-Card tankt, kann weitere drei Rappen sparen», verrät die Oberarther Tankstellenangestellte gut gelaunt. «Das isch eso.»

Da läuft dem Zuger Autofahrer das Wasser im Mund zusammen. Vor allem, wenn er die Preise mit Zuger Coop-Tankstellen vergleicht: In Baar etwa bezahlte man am Mittwoch für Bleifrei 1,90 Franken, für Super 1,94 und für Diesel 2,18 Franken. Bei Coop in Rotkreuz wars noch einen Rappen teurer. Warum ist das so? Weitere zufällig ausgewählte Coop-Tankstellen im aargauischen Wohlen und in Embrach im Kanton Zürich beweisen, dass dort der Sprit ebenfalls billiger verkauft wird.

«Das wichtigste Kriterium für unsere Preispolitik ist ganz klar der lokale Markt», erklärt Jürg Kretzer, Mediensprecher der Coop-Mineralöl AG in Basel, warum das Benzin des Konzerns nicht überall in der Schweiz gleichviel kostet. «Wir wollen zwar zu den günstigsten Tankstellen gehören», beteuert er, «doch Treibstoff wird bei uns nicht verschenkt. Wir sind schliesslich gewinnorientiert.» Mit dieser Preispolitik ist Coop kein Einzelfall. Wer sich etwa an der Baarerstrasse in Zug umschaut, dem fallen sofort die fast identischen Preise der hier versammelten Konkurrenz auf.

Spritrebellen gesucht
Doch warum gibt es in Zug keine Spritrebellen? Auf der Liste günstiger Tankstellen in der Schweiz ( www.linker.ch ) etwa kommt Zug gar nicht vor. «Die Grossen haben einfach den längeren Schnauf», erklärt Carlo Baldelli, Autogaragist und Tankstellenbetreiber in Neuheim, die knallharten Gesetze des Markts. Sprich: Entweder zögen grosse Mineralölgesellschaften bei Preisenkungen solange nach, bis kleinere Tankstellen – wie im Jura schon öfters geschehen – irgendwann ausgehungert aufgeben müssten. Oder die grossen Konzerne würden die Spritrebellen gleich schlucken.

Wolfgang Holz

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Donnerstag in der Neuen Zuger Zeitung.