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TRICK: «Gehörlose» Bettler sind auch in Zug aktiv

Betrüger geben sich als Behinderte aus und sammeln «Spenden». Unser gestriger Artikel über diese aktuelle Masche hat Reaktionen aus­gelöst.
Eine junge Frau fragt Passanten nach Geld. (Symbolbild/René Meier)

Eine junge Frau fragt Passanten nach Geld. (Symbolbild/René Meier)

«Keine Vorfälle gibt es derzeit im Kanton Zug.» Mit diesem Satz endete ein Bericht in der gestrigen Ausgabe. Er fasste die Aussagen der Zuger Polizei zusammen, wonach diese bislang keine Erkenntnisse über bettelnde «Behinderte» in unserer Region hatte. In Luzerner, Ob- und Nidwaldner Gemeinden waren dagegen Personen aufgefallen, die als angeblich Gehörlose «Spenden» für den gar nicht existierenden Behinderten- und Taubstummenverbund sammelten.

«Auf alle Kundinnen losgegangen»

Die Aussage hat gleich mehrere Leserinnen zu Reaktionen veranlasst. Fazit: Auch im Kanton Zug sind wieder Leute mit der ärgerlichen Bettelmasche unterwegs. Zum Beispiel diese Woche an der Bahnhofstrasse in Zug: «Ich sass beim ‹Grand Café› auf der Terrasse und habe beobachtet, wie ein Osteuropäer eine ältere Dame ansprach und ihr ein A4-Blatt, eingepackt in ein durchsichtiges Mäppchen, unter die Nase hielt», schreibt eine Leserin. Eine andere Abonnentin wiederum sass jüngst unweit davon im «Tchibo», wo ein jüngerer Mann «auf alle Kundinnen losgegangen» sei. Einige Tage später habe sie den gleichen Mann zusammen mit zwei Frauen auf dem Parkplatz beim Shoppingcenter Herti erneut angetroffen. Die Leserin sagt dazu: «Alles ging ganz schnell und weg waren sie!»

Genau dies scheint Teil des Tricks zu sein: Die Bettler sind mobil und wechseln ihren Standort schnell. Häufig eben bevor die allenfalls gerufene Polizei vor Ort ist.

In der Tiefgarage

Eine Baarerin wiederum schildert ganz offen, wie sie auf den Trick hereingefallen ist: «Ich bin in Baar im Gotthard-Center einkaufen gegangen. In der Tiefgarage fuhr ich Richtung Ausfahrt. Da klopfte mir jemand ans Fahrerfenster. Ich dachte, dass etwas mit dem Auto nicht stimmt.» Als sie die Fensterscheibe heruntergekurbelt hatte, habe ihr ein Mann eine Liste mit Namen und Geldbeträgen unter die Nase gehalten. «Die Liste sah echt aus, mit Briefkopf und ‹Firmennamen›. Ich fragte ihn, ob er sich ausweisen könne. Er stellte sich stumm. Hinter mir stauten sich bereits zwei Autos. Auf der Liste standen zwei Namen mit je einer Spende von 5 Franken. Ich gab ihm 2 Franken. Er schüttelte den Kopf und wies auf die 5 Franken der anderen. Auch ich schüttelte den Kopf, fuhr davon und liess ihn mit den 2 Franken stehen.»

Sich nicht drängen lassen

Neu ist die Taubstummen-Masche freilich auch im Kanton Zug nicht. Schon 2011 warnte die Polizei vor falschen Bettlern, die angeblich Spenden sammelten, das Geld in Tat und Wahrheit aber für sich behielten.

Andererseits ist natürlich längst nicht jeder Spendensammler kriminell. Experten raten dazu, von sammelnden Personen einen Ausweis der Organisation zu verlangen und sich auf keinen Fall zu einer Spende drängen zu lassen. Vorsicht ist vor allem geboten, wenn eine Gruppierung nicht von der Zewo anerkannt ist. Zewo ist die Schweizer Zertifizierungsstelle für gemeinnützige Spenden sammelnde Organisationen.

Christian Peter Meier

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