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Triebzug der neuen Gotthard-Flotte erhält Zuger Wappen

Zur offiziellen Inbetriebnahme der neuen SBB-Giruno-Triebzüge für die Nord-Süd-Achse gibt es wieder Wappentaufen.
Marco Morosoli
Das Wappen San Gottardo scheint eine Eigenkreation zu sein. (Bild: Marco Morosoli)

Das Wappen San Gottardo scheint eine Eigenkreation zu sein. (Bild: Marco Morosoli)

Die SBB- Doppelstock-Triebzüge von Bombardier, vorgesehen für den West-Ost-Verkehr der SBB, sind alles andere als zuverlässig. Im Gegensatz dazu ist von den neuen Zügen aus dem Hause Stadler in Bussnang nichts dergleichen bekannt. Dass bei einem etwas abrupten Bremsen bei der Jungfernfahrt kurz vor Bellinzona am Donnerstag ein paar Weingläser zu Bruch gingen, ist eine Lappalie. Den geladenen Gästen und dem Medientross hat die Fahrt mit dem neuen SBB-Paradezug für die Nord-Süd-Achse gefallen. Negatives ist im Hauptort des Kantons Tessin nicht zu hören.

Bis anhin hat nach der Abgabe einer Medienmitteilung der offizielle Festakt geendet. Nicht so am vergangenen Donnerstag. Die SBB holen eine Tradition aus der Versenkung: Die Taufe einer Lokomotive respektive eines Triebzuges. Der Giruno von Stadler aus Bussnang ist nach der Jungfernfahrt durch den Gotthard-Basistunnel auf den Namen «San Gottardo» getauft worden. Es folgen noch die Triebzüge Monte Ceneri, Sempione und auch alle Schweizer Kantone bekommen ihren Zug. Insgesamt haben die SBB 29 Giruno-Triebzüge geordert.

Note «miserabel» für das Monteceneri-Wappen

Das Wappen San Gottardo scheint eine Eigenkreation zu sein. Aber keiner der am Donnerstag anwesenden SBB-Mediensprecher weiss Genaueres. Aber schon im Dezember soll einer weiterer Triebzug aus Schweizer Produktion auf den Namen «Monte Ceneri» getauft werden. Eine Gemeinde Monteceneri gibt es seit 2010. Ob das Kopieren des Wappens dieser Gemeinde eine gute Sache ist, darf bezweifelt werden. Die Stiftung Schweizer Wappen und Fahnen (www.stiftungswf.ch) hat ihm nämlich die Note «miserabel» verpasst.

Die Taufe von Lokomotiven ist bei den SBB zu Beginn der 1950er-Jahren praktiziert worden. Damals sind die Wappen der Schweizer Kantone, Hauptorte und zahlreicher wichtigen Gemeinden entlang der SBB-Linien jeweils mit viel Volk getauft worden. Die Vertreter der bedachten Körperschaften erfüllte es mit Stolz, dass eine Ae 6/6 mit ihrem Wappen vor allem am Gotthard zu sehen war. Wohl deshalb bürgerte sich schnell der Begriff «Gotthard-Loki» ein. Ein Merkmal dieser damals fast stärksten Lokomotive am Berg sind die Knackgeräusche des 6000 PS starken Motors beim Anfahren. Die als Schienenfresser bezeichneten Lokomotiven sind alsbald von noch stärkeren (Re 6/6) abgelöst worden. Von den 120 Gotthard-Lokomotiven gibt es heute noch 15. Das Verschwinden der Ae 6/6 hat hingegen niemanden mehr interessiert.

Jedes Wappen ein Unikat

Einige standen sehr lange in Biel oder in Biasca aufgereiht und wurden arg von Vandalen in Mitleidenschaft gezogen. 2006 haben Trophäenjäger zahlreiche Wappen und die Schweizerkreuze auf den Gotthard-Lokomotiven gestohlen. Die SBB haben daraufhin die Embleme eingesammelt und archiviert. Faktisch war jedes Ae 6/6-Wappen ein aus Email gefertigtes Unikat. Bei den Giruno-Zügen kommen diese in Handarbeit hergestellten Wappen nun faktisch ein zweites Leben. Sie sollen in den Speisewagen in den neuen Zügen aufgehängt werden. Am Triebkopf dürfte dann eine schlichtere Variante wie beim Premierenzug aufgeklebt werden. Jeder Kanton erhält seinen Triebzug. Wann der Zug Zug getauft wird, ist noch unklar.

Fakt ist: Eine Ae 6/6 mit dem Namen Zug gibt es immer noch. Hat die Staatsbahn das Wappen der Stadt Zug noch? Dann wäre Ersatz vorhanden, weil die Wappen des Kantons und der Stadt Zug identisch sind. Bei der Ae 6/6 Uri, die ebenfalls noch vorhanden ist, dürfte es schwieriger werden. Altdorf hat einen Adler im Wappen und der Kanton einen Stier.

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