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TROCKENHEIT: So manchem Landwirt wird langsam das Wasser knapp

Viele Zuger geniessen derzeit den milden November mit viel Sonne und warmen Temperaturen. Das schafft aber auch Probleme.
Zuger Landwirte mit eigener Quelle müssen derzeit wegen der Trockenheit das Wasser rationieren. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Zuger Landwirte mit eigener Quelle müssen derzeit wegen der Trockenheit das Wasser rationieren. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

«Der Herbst mit den trockenen Böden ist für die Aussaat eigentlich gut gewesen», versichert André Rüttimann, Geschäftsführer des Zuger Bauernverbands. Und für die Kulturen würde der Tau als Wasserspender ja ausreichen. Doch nicht überall ist die Lage bei den Bauern angesichts der trockenen Witterung im Martinisommer so entspannt.

Quellwasser sprudelt nicht mehr so

Denn noch so mancher Zuger Landwirt speist die Wasserversorgung auf seinem Hof durch eigenes Quellwasser. Und da sprudelt es nicht mehr bei allen so wie gewohnt. Johannes Nussbaumer auf dem Bergli in Menzingen etwa teilt sein Grundwasser aus der Rothenbachquelle mit drei anderen Landwirten. «Normalerweise fliessen zwischen 25 und 30 Liter Wasser pro Minute aus der Quelle», berichtet der Landwirt. «Im Augenblick sind es nur noch 9 Liter pro Minute – das ist sehr wenig».

Kein Wunder, müssen von diesem Wasser täglich rund 110 Stück Vieh getränkt werden, der Haushalt von vier Höfen mit Waschen, Kochen, Baden und Duschen versorgt werden. Selbst die WC-Spülung läuft über das Quellwasser. «Wir müssen das Wasser schon rationieren», berichtet Nussbaumer. Will heissen: Das Waschen von Landmaschinen etwa liege derzeit nicht drin. Auch versuche man etwa neben der Reinigung des Melkgeschirrs zu verhindern, zusätzliches Wasser im Stall zu verbrauchen. «Wenn die Trockenheit jedoch weiter andauert, kann es prekär werden», sagt Nussbaumer. Wobei er notfalls Wasser hinzukaufen kann – «schliesslich brauchen die Kühe ja Wasser.» Roger Frei, ein anderer Menzinger Bauer mit eigener Quelle, erklärt, ein Hof mit Viehzucht verbrauche zwischen 2000 und 3000 Liter Wasser pro Tag. Er hat es etwas besser als sein Nachbar. Frei: «Wir haben derzeit noch eine Reserve von 1000 Litern pro Tag.»

Auch die Wasserwerke Zug (WWZ) spüren die Trockenheit. Zugegeben noch nicht in dramatischem Ausmass. «Mittlerweile sind zwar rückläufige Quellerträge und Grundwasserpegel spürbar, aber nicht in einem Mass, das spezielle Massnahmen erfordert», sagt Robert Watts, Leiter Kommunikation und Marketing der WWZ Energie AG. Ähnliche Ertragslagen habe man auch in der Vergangenheit registriert. In den Grundwasserpumpwerken werde nachts gepumpt und die Reservoire so aufgefüllt. In Zug betreiben die WWZ drei solche Pumpwerke: Reifflimatt in Oberwil, Sternen in Baar und Drälikon-Hünenberg.

«Die aktuelle Situation ist so, dass sich das Grundwasserniveau nach dem nächtlichen Pumpen langsamer als sonst wieder erholt – was darauf hindeutet, dass die unterirdischen Grundwasserströme weniger Wasser führen als üblich.» Dies stelle man im Gebiet Drälikon, dem Grundwasserstrom der Reussebene, und im Gebiet Oberwil, der Grundwasserzuströme vom Zugerberg, fest. Watts: «Die WWZ achten bei der Steuerung des Trinkwassernetzes darauf, dass die verschiedenen Quellen und Pumpwerke je nach Ertragssituation sorgfältig bewirtschaftet werden, und dass den jeweiligen Grundwassergebieten genügend Zeit gegeben wird, sich nach dem Pumpen zu regenerieren.»

Regen wäre dringend nötig

Kantonsförster Martin Winkler macht sich derweil ernsthaft Sorgen. Der trockene Herbst würde sich zwar positiv auf die Holzernte im Wald auswirken. Da die Bäume im Frühling für die Bildung von Zweigen und Blättern jedoch sehr viel Wasser benötigten, sei eine genügende Wasserversorgung der Waldböden vor dem Einwintern wichtig und nötig. «Zudem haben die geringen Niederschläge zu tiefen Wasserständen in den Bächen geführt», so Winkler. Deshalb habe man die geplanten Seeforellen-Laichfischfänge im Hüribach in Unterägeri und in der Lorze in Zug abgesagt, denn wegen der tiefen Wasserstände sei den Fischen der Bachaufstieg nicht möglich. «Wir hoffen deshalb, dass in den nächsten Wochen ein mehrtägiger Landregen einsetzt, der die Böden und die Fische gut mit Wasser versorgt.»

wolfgang holz

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