Trotz Corona: Das Zuger Seeufer bleibt weiterhin zugänglich

Anders als Zürich und Luzern will der Zuger Stadtrat die Seepromenade über Ostern voraussichtlich nicht absperren.

Laura Sibold
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Die Zuger Polizei blickt auf ein arbeitsintensives Wochenende zurück. So gingen bei der Einsatzleitzentrale der Polizei vom 3. bis 5. April mehrere Dutzend Meldungen ein, dass sich Personen in Gruppen im Freien aufhalten sowie einzelne Verkaufsgeschäfte sich nicht an die Anordnungen des Bundesrats halten würden. «Bei den Kontrollen mussten die Einsatzkräfte über 40 Ordnungsbussen sowie zwei Anzeigen gegen Verkaufsgeschäfte aussprechen. Weiter führten die Polizisten mehrere Hundert Aufklärungsgespräche», schreibt die Polizei in einer Mitteilung. Allein am Sonntagnachmittag hätten die Einsatzkräfte an Ausflugszielen innerhalb weniger Stunden über 600 Gespräche führen müssen.

Erfreulicherweise halte sich die Zuger Bevölkerung grösstenteils an die Regeln. So sei das Personenaufkommen im öffentlichen Raum deutlich kleiner gewesen als an einem normalen Wochenende, heisst es weiter. Dennoch seien die Vorgaben des Bundesrates, darunter das Abstandhalten, nicht ausreichend eingehalten worden. Oftmals bemerkte die Polizei Personen aus anderen Kantonen, die ihre Verwandten besuchten.

«Gerade in der jetzigen Zeit ist dies nicht angebracht und verstösst gegen die Verordnung. Die Zuger Polizei wird die Einhaltung der Verordnung weiterhin überprüfen.»

Dabei zähle man auf die Eigenverantwortung und Vernunft der Bevölkerung und bitte sie, Ausflugsziele und damit Menschenansammlungen zu vermeiden. Besonders das Zuger Seeufer sei bei den Leuten sehr beliebt, doch mit Blick auf die kommenden Ostertage seien Plätze wie die Seepromenade zu meiden.

Definitiver Entscheid fällt Mitte Woche

Die Städte Zürich und Luzern haben bereits reagiert, ihre Seeufer grossräumig abgesperrt und Sitzbänke abmontiert. Über Ostern sind die Quais nicht zugänglich. Wird die Zuger Seepromenade über das Osterwochenende ebenfalls abgeriegelt? Der zuständige Stadtrat Urs Raschle verneint: «Dem Stadtrat ist es wichtig, dass die Leute weiterhin alle öffentlichen Orte und Plätze besuchen können und keine Einschränkungen erdulden müssen. Das Zuger Seeufer wird daher mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht abgesperrt.» Raschle betont allerdings, dass jeder Einzelne eine Verantwortung trage.

«Wir danken allen, welche sich an die Vorschriften des Bundesamtes für Gesundheit halten und die Abstandsregeln einhalten.»

Der definitive Entscheid über eine Sperrung des Zuger Seeufers erfolgt laut Stadtrat Mitte dieser Woche. Man werde für die Entscheidung die Informationen der Zuger Polizei analysieren und eigene gemachte Beobachtungen auswerten.