Ferien jetzt buchen?

Ist es vermessen, jetzt die Ferien zu planen, oder führt so viel Euphorie ins Elend? Unsere Redaktoren sehen das unterschiedlich.

Marco Morosoli, Harry Ziegler
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Marco Morosoli

Marco Morosoli

Trotz des Coronavirus-Leidens gilt es, vorwärts zu schauen und zu handeln. Um den darbenden Volkswirtschaften zu helfen, muss das Vertrauen untereinander wieder wachsen. Auf der entschleunigten Lebensspur geht es vorwärts – und bald in die Ferien.

Ich wage keine Prognose, wann es so weit ist. Was ich aber weiss: Eine längere Zugfahrt muss nach dem Wiederhochfahren unserer Aktivitäten einfach sein. Das fehlt mir, ich bin auf Entzug, echt. Ich fahre aber nicht an einen angesagten Hotspot in die Ferien, wo der Bär 24 Stunden tanzt, sondern nach Ziegenrück. Der kleine Ort im Osten von Thüringen ist für mich ein Kraftort. Diesen Status geniessen bei mir auch das Südtirol, die kanadische Provinz Québec, das steirische Kapfenberg am Semmering und ein paar andere mehr. Ein paar Geheimnisse müssen ja auch sein. Meine Richtschnur ist einfach: Dort, wo kein Rummel, kein Gewusel ist, dort fühle ich mich wohl.

Gegenwärtig herrscht bei mir mit «Office from Home» auch Ruhe, ein Tapetenwechsel wie in Ferienzeiten ist es jedoch nicht. Zu Hause habe ich immer das Gefühl, dass ich noch was erledigen könnte. So macht denn Abwechslung das Leben süss. Auch Ferien sind Nahrung für die Seele. Bleiben Sie gesund und positiv!


Harry Ziegler

Harry Ziegler

Normalerweise wären jetzt die Herbstferien – so sie ins Ausland führen, zwecks Frühbucherrabatt – fällig zur Buchung. Wobei ich mich jedes Mal frage, weshalb ich zum Frühlingsbeginn wissen muss, wohin ich im Herbst in die Ferien fahren will. Eine Frage, die ich mir – Coronavirus hin oder her – im Bezug auf Winterferien (die wir ohnehin nicht mehr regelmässig machen, seit die Kinder Ski fahren können) und mittlerweile generell alle Ferien stelle. Wobei ich ganz sicher kein Ferienmuffel bin.

Gut, die epidemiologische Lage macht uns heuer sowieso einen dicken Strich durch die Ferienbuchungstheorie. Wer weiss denn schon, wann er wieder in irgendeinem Land erstens ein gern gesehener Gast aus dem Ausland ist und zweitens als Tourist im Pulk ausschwärmen kann. Hinzu kommt, dass wohl alle Feriendestinationen, die ich im Herbst favorisieren würde, wohl derart überlaufen sein werden – sofern die Massnahmen gelockert sind und die über lange Zeit zum Stillsitzen gezwungene Bevölkerung zur Massenwanderung ansetzt –, dass ich es gleich ganz bleibenlassen kann, das mit dem Ferienbuchen. Aber schliesslich heisst es tröstlich: Zu Hause ist es halt doch am schönsten – dieses Jahr ganz sicher.