Trotz des Unterbruchs: Das Positive überwiegt bei den Zuger Drittligisten im Fussball

Zug 94 II, Baar und Hünenberg gehören zu den Spitzenteams der Gruppe 1 in der 3. Liga. Einzig Steinhausen vermochte die gehegten Erwartungen (noch) nicht zu erfüllen.

Martin Mühlebach
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Der FC Baar (Tiago Martins, links) ist zufrieden, der SC Steinhausen (Max Bosshardt) weniger.

Der FC Baar (Tiago Martins, links) ist zufrieden, der SC Steinhausen (Max Bosshardt) weniger.

Bild: Roger Zbinden (Baar, 29. August 2020)

Der vom Bundesrat verhängte Saisonunterbruch in den Amateurligen sorgt mancherorts für Unverständnis – ja, gar für Unmut. Etliche Fussballfreunde sind der Meinung, dass der Amateurbetrieb – unter Einhaltung der Covid-19-Schutzmassnahmen – nicht hätte unterbrochen werden müssen. Zumal in der 3. Liga nur noch eine Runde und zwei Nachtragsspiele hätten ausgetragen werden müssen, um die Vorrunde regulär abschliessen zu können – und die Saison so im Fall eines Abbruchs zu werten. Die jüngsten Coronamassnahmen sind auch Thema der Zwischenbilanz der Zuger 3.-Liga-Klubs, die vom Sportlichen her mehrheitlich auf einen geglückten Herbst blicken.

FC Zug 94 II

Besnik Reci, der Sportchef von Zug 94, stellt zufrieden fest: «Ich wusste schon zu Beginn der Saison, dass wir ein gutes 3.-Liga-Team ins Rennen schickten. Dass wir nun nach zehn Partien auf dem zweiten Tabellenrang liegen, freut mich.» Ungewiss sei für ihn vor dem Saisonstart gewesen, wie stark sich die Konkurrenz erweisen würde.

Aufgrund der bisherigen Erkenntnisse gehe er davon aus, dass Sins, Baar und seine Mannschaft sich einen Dreikampf um die Qualifikation für die Aufstiegsrunde liefern würden. «Vielleicht», sagt Besnik Reci, «kann Hünenberg noch ein Wörtchen mitreden, wenn in der Winterpause noch die eine oder andere Verstärkung verpflichtet wird.» Dass die Saison per sofort unterbrochen wurde, erachtet der Zuger Sportchef als richtig. Reci betont:

«Die Gesundheit hat Vorrang, der Fussball hat sich unterzuordnen.»

FC Baar

Hans-Peter Wolf, der Sportchef des FC Baar, sagt: «Wir erwischten nicht gerade den besten Saisonstart. Im ersten Spiel bezogen wir in Sins eine Niederlage, und gegen Steinhausen schaute nur ein Unentschieden heraus. Erfreulich ist, dass wir uns im Verlauf der Vorrunde deutlich zu steigern vermochten und nun nach Verlustpunkten den zweiten Tabellenrang belegen.»

Da Baar bis zur Winterpause noch zwei Meisterschaftsspiele hätte austragen müssen, bringe man das nötige Verständnis für den Saisonunterbruch auf. Wolf betont:

«Wir hoffen aber fest darauf, die Saison zu Ende spielen zu können.»

FC Hünenberg

Martin Kaufmann, der Sportchef des FC Hünenberg, versichert: «Mit der aktuellen Platzierung im vierten Rang mit 18 Punkten haben wir unsere vor dem Saisonstart festgelegte Zielvorgabe erreicht. Erfreulich ist, dass unsere Mannschaft im Verlauf der Vorrunde immer besser in Fahrt gekommen ist – wir sind nicht weit weg von den drei Spitzenteams in unserer Gruppe.» Der Zusammenhalt des Teams und des gesamten Vereins sei vorzüglich.

Mit dem Saisonunterbruch hätte man gerechnet. Aber für den sofortigen Entscheid fehle ein gewisses Verständnis. «Man hätte die letzte noch ausstehende Runde vor der Winterpause, wenn nötig ohne Zuschauer, noch austragen können», sagt Kaufmann und ergänzt:

«Aber eben – die Politik erteilt Befehle und wir sind die Empfänger.»

SC Steinhausen

Der SC Steinhausen scheint sich auf die Zehn eingeschworen zu haben: 10 Spiele, 10 Punkte, Rang 10. Da stellte sich die Frage, ob der Spieler mit der Nummer 10 auf dem Rücken aus dem Ensemble heraussticht. «Ja», sagt Sportchef Bruno Beck: «In der Person von Kristian Kovac, der die Nummer 10 trägt, haben wir tatsächlich einen Spieler in unseren Reihen, der den Unterschied ausmachen kann. Mit seinem guten Ballgefühl kann er genaue Pässe in die Schnittstellen spielen, die leider noch zu wenig in Tore umgemünzt wurden.»

Mit der momentanen Tabellenlage sei man nicht zufrieden. Man sei zu wenig konstant aufgetreten und habe vor allem in der Abwehr zu viele unnötige Fehler begangen, um die Zielsetzung – sicheres Mittelfeld in der Tabelle – realisieren zu können. Zum Unterbruch meint der Steinhauser Sportchef:

«Dass das letzte Vorrundenspiel nicht mehr ausgetragen werden darf, ist schade. Aber die Gesundheit geht vor. Wir offen, im Frühling weiterspielen zu können.»