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Plegi Muri: Trotz höherem Defizit kein Wehklagen

Die Pflegi will mit ihrem Projekt «Meine 24 Stunden» unnötige Sitten und Bräuche abschaffen. Die Vorstudie «Ambulatorium Pflegi Muri» soll nach allen Seiten offene Behandlungspfade aufbauen.
Eddy Schambron
Blick aus einem «Löwen»-Zimmer in den Garten: Diese Zimmer sind sehr begehrt. (Bild: Eddy Schambron)

Blick aus einem «Löwen»-Zimmer in den Garten: Diese Zimmer sind sehr begehrt.
(Bild: Eddy Schambron)

Eine schlechte Auslastung und tiefere Pflegebedürftigkeit der Bewohnerinnen und Bewohner haben dazu geführt, dass die Pflegi Muri im letzten Jahr gesamthaft 1.225 Millionen Franken weniger eingenommen hat als budgetiert. Das budgetierte Defizit wurde um rund 300 000 Franken überschritten.

Der Verein Pflegi Muri ist deshalb der Institution entgegengekommen und hat die Miete von 2.434 auf 2.134 Millionen Franken reduziert. Der Verlust beträgt damit noch 781 000 Franken, wie Sabine Boeckh, Leiterin Finanz- und Rechnungswesen sowie stellvertretende Direktorin, in ihrem Jahresbericht ausführt. Allerdings verbessere sich die Auslastung mit der Eröffnung des Neubaus «Löwen» ständig. «Die Nachfrage nach Zimmern im ‹Löwen› ist gross, inzwischen führen wir eine Warteliste».

Belegung über dem Budget

Die Verdoppelung des Angebots an Einzelzimmern, die Bemühungen, die Qualität der Dienstleistungsangebote zu verbessern und entsprechend zu verkaufen, hätten zu dieser erfreulichen Entwicklung beigetragen. Schwer zu steuern sei die Entwicklung des Case Mix, der durchschnittlichen Pflegebedürftigkeit. Zentral in diesem Zusammenhang sei, erbrachte Leistungen richtig zu dokumentieren und abzurechnen. Seit dem 1. Januar liegt die durchschnittliche Belegung bei 201 Betten, drei über dem Budget. Der Case Mix habe sich leicht verbessert. Mit der Einführung des neuen Bewertungssystems für die Pflegebedürftigkeit dürften ein Drittel der Bewohnerinnen und Bewohner höher eingestuft werden. «Dies wird zu rund zehn Prozent höheren Einnahmen führen».

Die Pflegi stimme «nicht in das allgemeine Wehklagen nach mehr Stellen, nach mehr Geld oder nach besseren Rahmenbedingungen mit ein», unterstreicht Pflegi-Direktor Thomas Wernli. Vielmehr würden im Rahmen des Projektes «Meine 24 Stunden» die Ursachen fehlender zeitlicher Ressourcen bearbeitet. «Wir sind überzeugt, dass mehr Freiräume und mehr Begegnungen auf Augenhöhe verbunden sind mit dem konsequenten Abbau unnötiger Sitten und Bräuche.»

Projekt "Meine 24 Stunden"

Damit dies gelinge, müsse das Umdenken vom Management und den strategischen Behörden mitinitiiert und begleitet werden, müssten die Mitarbeitenden ihre Rolle in der Pflegi Muri neu definieren. «Es braucht Offenheit, Mut, Leidenschaft und die Zuversicht, damit wir den Bewohnerinnen und Bewohnern ein gutes Stück Lebensqualität zurückgeben können. Von insgesamt elf Wohngruppen hätten Ende 2018 fünf Gruppen im Rahmen des Projekts «Meine 24 Stunden» ihren Alltag umgestellt.

Die Ergebnisse seien erfreulich. Die Mitarbeitenden trauen den Bewohnerinnen und Bewohnern mehr zu. Dadurch würden diese selbstständiger und aktiv am Alltagsleben in der Gruppe teilnehmen. Dies zeige sich auch in der Zunahme von Rückmeldungen wie Lob und Tadel. «Das Konzept scheint zu funktionieren. Aber wir kochen auch nur mit Wasser, wir müssen uns täglich motivieren, nicht in alte Muster zurückzufallen».

Eine Vorstudie «Ambulatorium Pflegi Muri» hat das Ziel, nach allen Seiten offene Behandlungspfade aufzubauen. «Insbesondere in der Übergangspflege vermissen austretende Bewohnerinnen und Bewohner der Pflegi finanzierte Nachfolgeangebote», hält Wernli fest. Deshalb würden Kooperationen mit spezialisierten Anbietern geprüft. Im «Löwen» würden ideale Therapie- oder Praxisräume zur Verfügung stehen.

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