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Troubadoure auf der Sinser Holzbrücke

Zum 20. Mal findet am Pfingstsonntag das Aargauer Liedermacher-Festival «Troubadix» statt, bei dem jeweils der letztjährige Sieger Ort und Datum des nächsten Anlasses mitbestimmt . Diesmal hat sich Ueli Stampfli als Zuger für die kantonsverbindende Sinser Zollbrücke entschieden.
Cornelia Bisch
Ueli Stampfli oder Troubadueli, wie er mit Künstlernamen heisst, hat für das diesjährige Liedermacher-Festival Troubadix die Sinser Zollbrücke gewählt. (Bild PD)

Ueli Stampfli oder Troubadueli, wie er mit Künstlernamen heisst, hat für das diesjährige Liedermacher-Festival Troubadix die Sinser Zollbrücke gewählt. (Bild PD)

Die gedeckte Sinser Holzbrücke ist ein in jeder Hinsicht geeigneter Veranstaltungsort: wettergeschützt und ausgestattet mit dem romantischen Mittelalterflair, das einem Konzert moderner Barden den passenden Rahmen verleiht. «Das Festival findet stets dort statt, wo der Gewinner herkommt», erklärt der letztjährige Sieger Ueli Stampfli, oder auch Troubadueli genannt. Da es jedoch eine Veranstaltung sei, welche von Aargauern ins Leben gerufen worden sei, finde sie auch auf Aargauer Boden statt. «Weil die Sinser Zollbrücke den Grenzübergang zwischen den Kantonen Zug und Aargau bildet und wir die Idee der Brücke toll fanden, haben wir uns entschlossen, das diesjährige Festival dort zu veranstalten.»

Ziel des Anlasses ist es, Liedermachern die Möglichkeit zu geben, vor Publikum zu spielen und die Werke ihre Kollegen zu hören. Es werden ausschliesslich selbst geschriebene Titel vorgetragen, die erst nach dem letzten Festival entstanden oder fertiggestellt wurden. Initianten des jährlich wiederkehrenden Festivals sind Ivo Hösch und Gabriel Kramer.

Insgesamt sind dieses Jahr 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Schweiz und dem nahen Ausland angemeldet. «Schweizer zu sein, ist definitiv keine Voraussetzung», betont Troubadueli. «Jedoch müssen die Lieder in einer der vier Landessprachen oder auf Hochdeutsch vorgetragen werden.»

Das Publikum wählt den Sieger

Das Festival wird am Sonntag, 20. Mai um 10.30 Uhr eröffnet. «Die Darbietungen finden in drei Blöcken von je zirka eineinhalb Stunden statt. Um 17 Uhr startet dann das Finale», informiert Stampfli. Jeder Teilnehmer hat maximal acht Minuten Zeit für seine ein bis zwei Lieder. Am Finale nehmen sechs Interpreten teil, jeweils die beiden mit den meisten Publikumsstimmen aus dem ersten, zweiten und dritten Block. Aus den sechs Finalisten wird schliesslich, ebenfalls vom Publikum, der Festival-Sieger ausgewählt.

«Es gibt einen Kern von Teilnehmern, die zumindest an jenen Veranstaltungen, die ich selbst besuchte, vor Ort waren», erzählt Stampfli. «Aber es kommen auch jedes Jahr wieder neue Liedermacher, was uns sehr freut. Das Programm ist auf jeden Fall abwechslungsreich.» Troubadueli selbst wird natürlich ebenfalls auftreten: «Als Titelverteidiger werde ich mir den Auftritt nicht entgehen lassen», sagt der Künstler lachend. Er ist bereits zum fünften Mal dabei. «Ich freue mich auf den Anlass, da ich mich sehr für die Musik von anderen interessiere. Dabei lasse ich mich für mein eigenes Schaffen inspirieren.»

Chance, bekannter zu werden

Der 34-jährige Ueli Stampfli arbeitet als Sozialpädagoge in Wädenswil. «Ich bin seit 2005 als Troubadour unterwegs, mache jedoch auch sonst viel Musik in meiner Freizeit.» Was genau versteht man eigentlich unter einem Troubadour? Ueli Stampfli definiert es wie folgt: «Ein Troubadour ist ein Geschichtenerzähler, eine Art Wanderprediger, der seine Storys musikalisch begleitet.» Früher hätten die Troubadoure auf den Marktplätzen der Städte und Dörfer gespielt, um den Menschen alte oder aktuelle Geschichten zu erzählen. «Heute spielen sie auf Brücken», ergänzt er verschmitzt.

«Für mich bieten die Auftritte beim Liedermacher-Festival vor allem die Möglichkeit, in verschiedenen Kantonen aufzutreten. Nun kennt man mich in der Szene besser.» Die Vernetzung unter den Musikern sei sehr wertvoll. «Es gibt ausserdem kleinere Veranstaltungen, bei denen Lieder zu einem gewissen Thema geschrieben werden. So bleibt man dran.» Eine vergleichbare Veranstaltung, welche für Liedermacher eine Plattform biete, sei ihm in der Schweiz aber nicht bekannt.

Ausschliesslich von seiner Kunst zu leben, kann sich Troubadueli nicht vorstellen. «Möglicherweise gibt es vereinzelt Künstler, die das schaffen, aber ich kenne niemanden. Die meisten gehen einer Arbeit nach und musizieren in ihrer Freizeit.»

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