Trüffeln gibt es auf dem Samschtig-Märt in Baar

Aufgrund hoher Auflagen des Pandemiekonzeptes findet der Zuger Trüffelmarkt nun am Samschtig-Märt statt.

Hans-Peter Neukom
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Das Angebot auf den fünf Trüffelständen des Samschtig-Märt ist reichhaltig.

Das Angebot auf den fünf Trüffelständen des Samschtig-Märt ist reichhaltig.

Bild: Hans-Peter Neukom

Seit September sind Pilzsammlerinnen und -sammler in den Regionen des Kantons Zug wieder vermehrt unterwegs auf der Suche nach den Köstlichkeiten. Die bei Gourmets geschätzten Trüffeln lassen sich aber nicht so einfach finden wie Steinpilze, Eierschwämme und Champignons. Trüffeln wachsen nämlich unterirdisch.

Daher wurden früher zur Trüffelsuche neben abgerichteten Schweinen oft auch Trüffelfliegen verwendet beziehungsweise beobachtet. Diese orientieren sich am verführerischen Aroma der reifen Trüffel und nützen die Standorte zur Eiablage. Heute werden die schwarzen und weissen Knollen hauptsächlich mit trainierten Hunden aufgespürt.

Qualität macht den Preis

Auch der erfahrene Zuger Trüffelsucher Urs Inglin sucht den «schwarzen Diamanten», wie ihn Küchenphilosoph Brillat Saverin einst nannte, seit Jahren mit seinen abgerichteten Hunden, einem Dalmatiner und Labrador. Doch wie sieht es dieses Jahr mit der Qualität aus? Noch im August seien die Trüffeln öfters von Maden befallen gewesen. Doch im September habe sich die Qualität erheblich gebessert und es konnten auch einige grössere Fruchtkörper gefunden werden, so Urs Inglin.

Einen nicht ganz alltäglichen Fund machte Ende August die Zürcherin Carolina Jaroch, die Trüffel-Hundeinstruktorin und Mitglied der Schweizerischen Trüffelvereinigung (STV). Sie fand zwei selten grosse, je rund 500 Gramm schwere Burgundertrüffeln von guter Qualität – wo, das bleibt allerdings ihr Geheimnis.

Was die heimische Burgundertrüffel dieses Jahr auf dem Markt kostet, steht noch nicht fest. «Das entscheidet die STV erst kurz vor Marktbeginn – je nach Ernte und Qualität», sagt die STV-Marktverantwortliche Christina Rowedder. In den letzten Jahren lag der Preis der Burgundertrüffel erster Qualität zwischen 60 und 70 Franken pro 100 Gramm.

In den Samschtig-Märt integriert

Am kommenden Samstag hätte der sechste Zuger Trüffelmarkt mit 18 Trüffelhändlern neben dem Rathaus in Baar durchgeführt werden sollen. Doch das Coronavirus machte den einheimischen Organisatoren Markus Schmid und Markus Andermatt einen Strich durch die Rechnung. «Die Auflagen des geforderten Pandemiekonzeptes sind für unseren Trüffelevent – mit Festbetrieb und Rahmenprogramm – schlicht nicht machbar. Wir haben weder genügend Personal noch die finanziellen Mittel, um die Auflagen zu erfüllen», betonen sie. Aus diesen Gründen habe das OK-Team beschlossen, den Trüffelmarkt dieses Jahr nicht durchzuführen. Doch Markus Schmid liess dies keine Ruhe. Er fragte Mirjam Iten, Sachbearbeiterin für das Marktwesen der Gemeinde Baar, ob es möglich wäre, dass sich wenigstens einige Stände der STV an den Samschtig-Märt am 10. Oktober anschliessen könnten. Dieser findet wöchentlich beim Rathaus von 8.30 bis 11.30 Uhr statt und wird von der Gemeinde organisiert und betreut.

Erfreulicherweise dürfen nun immerhin fünf Trüffelhändler auf dem Samschtig-Märt ihre Delikatessen anbieten – von frischen Trüffeln über Trüffelwürste, Trüffelkäse und Trüffelbutter bis zu Trüffelsalz, Trüffelhonig und mehr. Das sei für alle Beteiligten eine gute, tragbare Lösung. «Ein Marktbesuch lohnt sich also allemal – vor allem für Trüffel-Aficionados», betonen Schmid und Andermatt.

Hinweis: Samschtig-Märt mit fünf Trüffelständen in Baar: Samstag, 10. Oktober, von 8.30 bis 11.30 Uhr, beim Rathaus. Weitere Märkte: www.schweizertrueffel.ch

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